Elektro-Tretroller: Das Chaos war abzusehen

Gepostet am 05.08.2019 um 17:05 Uhr

Seit Mitte Juni sind E-Tretroller in Deutschland zugelassen. Jetzt fordert der Deutsche Städtetag schärfere Regeln. Hätte man nicht früher darauf kommen können, fragt sich Dirk Rodenkirch. Ein Kommentar.

Der Ärger mit den Elektro-Tretrollern war absehbar. Dafür reichte ein Blick nach Paris oder Madrid. Tausende E-Roller, die plötzlich im Stadtgebiet rumstehen oder rumliegen. Ohne griffige Regeln, ohne System.

Doch Deutschland machts einfach nach. Schnell musste es ja gehen mit der Zulassung der Roller. Der Bundesverkehrsminister wollte zeigen: Er steht für neue Mobilität, die Spaß macht.

Forderungen nach schärferen Regeln sind leider etwas spät

Hier in Berlin etwa haben den vor allem Touristen. Unklar, ob ihnen überhaupt jemand erklärt, dass man E-Tretroller nur allein fahren darf, nicht auf Gehwegen und auch nicht betrunken – egal. Die Touristen – aber auch viele andere – pfeifen jedenfalls weitgehend auf die Regeln. Sie lassen die Roller zudem stehen, wo sie gerade sind. Egal ob sie zur Stolperfalle werden.

Nach rund einem Monat E-Tretroller-Abenteuer nun der Aufschrei des Städtetags. Schärfere Regeln müssten her und die Polizei soll mehr kontrollieren. Nachvollziehbar. Aber leider etwas spät. Denn die Städte hätten vor der Einführung bei den Verleihern auf feste Abstellorte bestehen können, in denen die Roller geparkt werden dürfen. Und für ausreichende Kontrollen sind auch die Ordnungsämter gefragt! Darauf verweist übrigens auch der innovative Verkehrsminister.

Zuletzt aktualisiert: 23.08.2019, 19:57:44