In den letzten Monaten mehren sich die Pannen bei Regierungsfliegern. Foto: imago/photothek

Einfach Panne: Die Regierungsflieger

Gepostet am 01.03.2019 um 14:36 Uhr

Wieder eine kaputte Regierungsmaschine: Außenminister Maas konnte wegen eines Hydraulikschadens nicht aus Mali wegfliegen. Was ist das Problem? Warum fliegen die Minister nicht einfach Linie? Evi Seibert erklärt’s.

Was ist los mit den Regierungsfliegern?

Zur Ehrenrettung der Flugbereitschaft muss man sagen, dass die Ausfälle statistisch gar nicht so hoch sind. Das wird ja auch beim Kommentar von Heiko Maas zu seiner Pannenpremiere deutlich: Maas sagte in Bamako, er sei 300.000 Kilometer pannenfrei geflogen. Das macht dann natürlich weniger Schlagzeilen.

Trotzdem ist bei der Flugbereitschaft grade ein bisschen der Wurm drin und das liegt auch am Alter der beiden großen Regierungsflieger. Die A340-Modelle haben schon um die 20 Jahre auf dem Buckel, deshalb hat die Luftwaffe auch schon neue Maschinen bestellt; die müssen aber noch zum Regierungsflieger umgebaut werden.

Wieso dauert es so lange, bis ein Ersatzflieger bei den gestrandeten Ministern ist?

Die Krux bei der Flugbereitschaft ist, dass sie ganz woanders stationiert ist, als die Passagiere: Die Maschinen und die Crews sind am Flughafen Köln-Bonn, die Regierung sitzt in Berlin. Eigentlich sollte das neue Regierungsterminal auf dem neuen Berliner Flughafen schon längst fertig sein – das ist, wie wir wissen, nicht der Fall. Wenn also eine Panne beim Abflug passiert, muss erst eine Ersatzmaschine aus Köln kommen.

Deswegen lässt die Kanzlerin mittlerweile auch fast immer einen Ersatzflieger in Berlin aufs Feld stellen. Das hat bei ihrer Letzten Panne leider auch nicht funktioniert: Da ist sie, auf dem Weg nach Buenos Aires nämlich in Köln gestrandet und der Ersatzflieger stand in Berlin.

Warum fliegen die Regierungsmitglieder nicht einfach Linie?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist sehr oft eine große Delegation dabei, Firmenbosse, die dann auch vor Ort Verträge unterschreiben, Experten aus dem Kanzleramt und den Ministerien, Journalisten, Sicherheitsleute. Das können schon um die 80 Leute werden, bei großen Reisen. Oft muss auch noch eine Ersatzcrew mitfliegen, die dann einen schnellen Heim- oder Weiterflug übernehmen kann. Die alle auf Linienflüge zu buchen, ist ziemlich kompliziert.

Die Regierungsmaschinen können sich auch dem Terminkalender der Kanzlerin anpassen. Mit Linienmaschinen wäre das, gerade bei mehreren Stopps durch mehrere Länder, kaum möglich.

Die Maschinen sind außerdem umgebaut, sie haben Konferenzräume und Büros für die Minister. Auch der Punkt Sicherheit spielt eine Rolle: Einige Maschinen haben besondere Sicherheitsvorkehrungen und die Terminals für Regierungsflieger sind fast überall auf der Welt abseits vom normalen Flugbetrieb, sodass die Polit-VIP’s möglichst schnell rein und raus kommen.

Zuletzt aktualisiert: 18.06.2019, 05:36:00