Eine typische Merkel-Rede mit ein paar Überraschungen

Gepostet am 06.12.2016 um 15:52 Uhr

Amüsant ging es in der Rede von Angela Merkel wieder einmal eher nicht zu. Aber dafür zog die CDU-Vorsitzende ihre Partei geschickt in Mitverantwortung, kommentiert unser Korrespondent Oliver Köhr.

Am Ende ist es doch wieder eine typische Merkel-Rede. Keine rhetorischen Kniffe, nichts Amüsantes, jedenfalls nicht geplant. Dafür aber mit ein paar deutlichen Positionierungen. Merkel sagt laut: Vollverschleierung sollte verboten sein. Leise sagt sie: Da, wo es geht. Das war bisher umgekehrt, man kann darin auch eine Kurskorrektur sehen.

Klar auch die Festlegung, wer das Volk ist. Nämlich nicht diejenigen, die am lautesten schreien. Vor allem aber nimmt Merkel ihre Kritiker, auch die zukünftigen, in Mitverantwortung. Ihr müsst mir helfen, sagt sie. Und kündigt fast zeitgleich weitere Zumutungen an. Wer sie heute Nachmittag wiederwählt, wird sich hinterher kaum beschweren können.

Zuletzt aktualisiert: 18.08.2018, 02:34:43