Eine Prise Nostalgie: Gaucks letzte große Amtsreise

Gepostet am 14.11.2016 um 14:07 Uhr

Zum ersten Mal ist Joachim Gauck nun in Japan. Und das ist gleichzeitig seine letzte große Auslandsreise als Bundespräsident. Ein bisschen Nostalgie schwingt da mit.

Klar: Er wird sich befreit fühlen, wenn er nicht mehr immer und überall offiziell auftreten muss. Und es war ja sein eigener Entschluss, rechtzeitig aufzuhören. Und trotzdem: Er hat das Amt mit, man ist versucht zu sagen, mit Begeisterung ausgeübt. Vor allem im Ausland. Er verstand sich als Botschafter seines Landes und er war durchaus stolz darauf. Sein Land, das aus einer schrecklichen Vergangenheit viel gelernt hat , ein heute  stabiles Land, das in der Welt respektiert ist.

14-gauck-japan1 Vor dem Pressestatement von Bundespräsident Gauck und Japans Regierungschef Abe…

Und nun Japan: Beste Beziehungen, man versteht sich, hat ähnliche Probleme. Die einen mit Russland, das aggressiv in Osteuropa auftritt. Die anderen mit China und mit Nordkorea – auch das sind schwierige Nachbarn. Offiziell heute kein Wort zu Trump. Aber klar, alle reden darüber. Japan und Deutschland stehen vor der gleichen Frage: was, wenn die USA ihre Sicherheitsgarantien zurückfahren? Und kein Kommentar zu einer sehr deutschen Personalie. Als die Nachricht kam, die Union stehe nun hinter Steinmeier, wurde Gauck gerade vom deutschen Botschafter übe japanische Innenpolitik informiert. Dann ging es gleich zu Premier Abe, der an der Frage, wer wird der Nachfolger seines heutigen Gastes, wohl nicht übertrieben interessiert ist. 14-gauck-japan2

Gauck und Abe haben bei ihrem Pressestatement zwei Themen außen vor gelassen: Der Wahlsieg Donald Trumps und die Nominierung von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten.

Ob Gauck die Pesonalie Steinmeier kommentieren wird ? Mal sehen. Dass er ihn für einen geeigneten Nachfolger hält, das steht wohl außer Zweifel.

Zuletzt aktualisiert: 16.09.2019, 04:30:36