E-Auto-Kaufprämie: Regierung reitet totes Pferd weiter

Gepostet am 31.05.2019 um 14:06 Uhr

E-Autos und Hybride sind in Deutschland immer noch Ladenhüter. Auch die E-Auto-Prämie, konnte daran bislang kaum etwas ändern. Trotzdem ist es richtig, sie zu verlängern, kommentiert Dirk Rodenkirch.

Allgemein wird ja davon abgeraten, tote Pferde weiter zu reiten. Aber die Bundesregierung sieht noch einen Funken Leben in der Kaufprämie für E-Autos. Wirtschaftsminister Altmaier behauptet sogar, der Umweltbonus – wie die Prämie offiziell heißt – habe sich bewährt.

Die Zahlen sagen etwas anderes. E-Autos und Hybride sind in Deutschland immer noch Ladenhüter. Und mit ihnen die Kaufprämie. Vor drei Jahren mit viel Tamtam eingeführt, sollte sie Schwung in den Markt mit Elektroautos bringen. Doch um beim Eingangsbild zu bleiben: Das Pferd lahmte von Beginn an. Die Prämie wurde kaum abgerufen, der Großteil des Fördergeldes blieb bis heute ungenutzt.

Zulassungszahlen steigen stetig

Dennoch: Die Entscheidung ist richtig, die Kaufprämie zu verlängern. Denn die Zulassungszahlen bei E-Autos steigen stetig, wenn auch immer auf dürftigem Niveau. Aber gerade jetzt den Stecker zu ziehen, wäre das falsche Signal an die Autokäufer, aber auch an die Industrie. Denn die liefert nun langsam die Modelle, die es schon vor Jahren gebraucht hätte, um die E-Mobilität voranzubringen.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Bundesregierung braucht die E-Auto-Förderung für ihr Klimaschutz-Konzept. Da werden gerade viele Förderideen zusammengetragen. Ob die wirken, oder floppen wie der Umweltbonus, ist dabei offenbar egal. Hauptsache, die Regierung erweckt den Eindruck, sie nehme ihre eigenen Klimaschutzziele ernst.

Zuletzt aktualisiert: 24.06.2019, 11:30:38