VW können nachgerüstet werden

Gepostet am 15.08.2019 um 13:37 Uhr

Volvo und Daimler waren die ersten, jetzt soll auch die Betriebserlaubnis für die Nachrüstung von Euro-5-Diesel von Volkswagen veröffentlicht werden. Sie gilt allerdings nur für einen bestimmen Motor-Typ. Von Arne Meyer-Fünffinger.

Volvo und Daimler waren die ersten, jetzt soll auch die Betriebserlaubnis für die Nachrüstung von Euro-5-Diesel von Volkswagen veröffentlicht werden. Sie gilt allerdings nur für einen bestimmen Motor-Typ.

Von Arne Meyer-Fünffinger, BR

Das Kraftfahrt-Bundesamt will nach BR-Informationen die Betriebserlaubnis für die Nachrüstung von VW-Diesel-Fahrzeugen veröffentlichen. Sie gilt für Euro-5-Pkw.

Der Nachrüstsatz kann in verschiedenen Marken und Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns verbaut werden, die mit einem bestimmten 1.6-Liter-Diesel-Motor ausgestattet sind. Den Antrag auf Genehmigung dieses Systems hatte die Baumot Group AG schon vor mehreren Wochen eingereicht.

Die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) soll noch heute auf der Internetseite des Kraftfahrt-Bundesamtes veröffentlicht werden. Es ist die erste für VW-Diesel.

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Stickoxidausstoß soll deutlich sinken

Die von der Baumot Group AG mit Sitz in Königswinter entwickelte Hardware-Nachrüstung ist an einem VW-Passat-Diesel getestet worden.

Dabei sei es nach Angaben des Unternehmens gelungen, den Stickoxid-Ausstoß auf etwa 130 mg/km zu reduzieren – also deutlich unter den vorgeschriebenen Grenzwert von 270 mg/km.

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Technik muss über längere Zeit reibungslos laufen

Eine Ende Dezember 2018 vom Bundesverkehrsministerium vorgelegte technische Richtlinie schreibt den Nachrüstern vor, dass ihre Technik unter anderem mindestens 100.000 Kilometer oder fünf Jahre lang reibungslos funktionieren muss.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat kürzlich schon für zwei Nachrüstsysteme für Volvo– und Daimler-Diesel eine Betriebserlaubnis ausgestellt.

Diese Systeme stammen jeweils vom Bamberger Unternehmen „Dr Pley“. Technisch funktionieren die Nachrüstsysteme alle ähnlich: Die Nachrüster setzen auf die sogenannte SCR-Technologie (Selektive Katalytische Reduktion). Dabei führt das System nach der Verbrennung des Diesel-Kraftstoffs im Motor bei der Abgasreinigung eine künstlich hergestellte Harnstofflösung in den nachgerüsteten Katalysator ein. Sowohl dieser als auch ein Tank, in dem diese Harnstofflösung („Ad Blue“) untergebracht ist, werden bei der Nachrüstung in das Auto verbaut.

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Daimler und VW zahlen bis zu 3000 Euro

Daimler und VW haben beide schon vor Monaten angekündigt, sich mit jeweils bis zu 3000 Euro an den Kosten für die Hardware-Nachrüstung zu beteiligen, allerdings nur für Fahrzeughalter „in definierten Schwerpunktregionen“, so Daimler.

Inzwischen hat das Unternehmen eine Online-Plattform freigeschaltet, auf der Interessenten eine möglich Kostenübernahme für diese Maßnahme durch Daimler prüfen können.

Lange Vorbehalte gegen die Nachrüstung

Die deutsche Autoindustrie und auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatten sich lange gegen die Hardware-Nachrüstung gesträubt. Der CSU-Politiker betonte seit seinem Amtsantritt im März 2018 wiederholt, er und sein Haus hätten „technische und finanzielle Bedenken gegen die Diesel-Umrüstung“.

Zuletzt aktualisiert: 21.09.2019, 17:51:38