Die Nato braucht Russland als Partner gegen den IS

Gepostet am 11.05.2017 um 17:20 Uhr

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg besucht Kanzlerin Merkel in Berlin – und lobt ausdrücklich, dass sie den Dialog mit Russland aufrechterhält. Bei dem Treffen ging es auch um mehr Soldaten für Afghanistan.

Das ist mehr als ein formeller Akt: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg lobt Kanzlerin Merkel:

„Ich möchte Deutschland herzlich danken, dass es immer wieder den Dialog und die Zusammenarbeit mit Russland sucht.“

Die Nato braucht Russland – als Partner in der Anti-IS-Koalition. Umgekehrt gilt auch: Moskau hat sich militärisch stark in Syrien engagiert, nun steckt der Konflikt fest. Die Lage ist vertrackt. Ohne den Westen scheint in dieser Region keine politische Stabilität möglich.

Verstärkung der Truppen

In der Nato gibt es Überlegungen, sich nicht nur mit einzelnen Mitgliedern am Anti-Terrorkampf gegen den IS in Syrien und im Irak zu beteiligen, sondern auch am Verhandlungstisch in Genf mit Platz zu nehmen. Bei seinem Gipfel Ende Mai in Brüssel will sich das Bündnis festlegen.

Auch auf der Tagesordnung: Afghanistan. Die Militärs des Bündnisses bitten dringend um Verstärkung der Truppen, also eine Wiederaufstockung mit Soldaten. Die Sicherheitslage hat sich seit dem Abzug der ISAF-Kampftruppen drastisch verschlechtert. In einigen Regionen haben die Taliban wieder die Kontrolle übernommen, in anderen breitet sich der IS aus. Eine gefährliche Melange, auf die die Nato bald eine Antwort finden will.

Andere an der Reihe

Kanzlerin Merkel schließt aus, erneut Kampftruppen nach Afghanistan zu entsenden. Sie sieht Deutschland auch sonst nicht an erster Stelle, wenn es dort um Nachschub geht bei Mann und Material. Mit 980 Soldaten, vor allem für Beratung und Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte, – das ist aktuell das zweitgrößte Kontingent nach den Amerikanern – seien jetzt erst einmal andere an der Reihe.

Zuletzt aktualisiert: 20.09.2019, 18:53:19