Die Jugend profitiert vom Koalitionsvertrag

Gepostet am 05.03.2018 um 16:41 Uhr

Nach dem „Ja“ zur GroKo äußern viele junge Menschen Kritik. An der GroKo im Allgemeinen, an der SPD im Speziellen, an dem Koalitionsvertrag sowieso. Doch gerade wenn es um die Aussichten für junge Menschen geht, sieht es gar nicht mal so schlecht aus, kommentiert Kathrin Wesolowski.

Wenn wir ehrlich sind, geht es den jungen Menschen doch ganz gut in Deutschland. Sie können alle in die Schule gehen, die meisten finden einen Ausbildungs- oder Studienplatz und die Jugendarbeitslosigkeit ist so gering wie in fast keinem anderen EU-Staat. Dennoch gibt es selbstverständlich noch einige Baustellen, die die Regierung angehen könnte. Laut Koalitionsvertrag wollen Union und SPD das auch tun.

Mehr BAföG und 11 Milliarden Euro für Bildung

Ein Studienplatz ist schön und gut, aber nur, wenn es sich jeder leisten kann, zu studieren. Deswegen will die Große Koalition das BAföG ausbauen und die Leistungen deutlich verbessern. Das gilt auch für das sogenannte Aufstiegs-BAföG. Gesellinnen und Gesellen, die ihre Meisterprüfung bestehen, sollen ihre Ausbildungsgebühren künftig ganz oder größtenteils erstattet bekommen. Das ist ein großer Schritt, um Ausbildungsberufe zu fördern und attraktiver zu machen.

Zudem will die Regierung insgesamt 11 Milliarden Euro in die Bildung stecken – und das kann sie zukünftig auch, da das Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern aufgehoben wird. Es soll also mehr Kita-Plätze, digitalere Schulen und mehr Studienplätze an Universitäten geben. Gleichzeitig werden beispielsweise für Sanierungen noch mehrere Milliarden Euro benötigt. Die 11 Milliarden Euro sind aber schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung.

Lieber ehrlich als unglaubwürdig

Auch das Kindergeld will die GroKo erhöhen. In zwei Schritten um insgesamt 25 Euro pro Monat. Das sind jährlich pro Kind immerhin mindestens 300 Euro mehr. Auch soll es einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder geben und Kinderrechte sollen endlich im Grundgesetz stehen.

Die GroKo gibt sich also Mühe. Die Parteien scheinen endlich besser zu begreifen, dass Jugendliche die Wähler von morgen sind und auch auf die Bedürfnisse von jungen Wählerinnen und Wählern eingegangen werden muss. Klar ist es kritisch anzusehen, dass die Rentenpolitik nur begrenzt bis 2025 geplant ist und dass Lösungen, wie mit den Rentnern aus den geburtenstarken Jahrgängen umgegangen wird, noch nicht parat sind.

Aber seien wir mal ehrlich: Die GroKo könnte jetzt versprechen, dass sich die Renten bis 2050 stabil halten oder sogar erhöhen. Und dann würde sie ihre Glaubwürdigkeit verlieren, weil das zum jetzigen Zeitpunkt schwierig planbar und einfach unrealistisch ist.

Verbesserungen sind möglich

Die Pläne für junge Menschen im Koalitionsvertrag scheinen realistisch. Förderprogramme wie Erasmus+ für Auslandsaufenthalte sollen ausgebaut werden und durch gewisse Voraussetzungen für Finanzmittel in der Wissenschaft soll mehr Frauen der Weg in die Wissenschaft gebahnt werden.

Die Chancen stehen insgesamt also ganz gut, dass die Große Koalition tatsächlich einiges für junge Menschen ändert. Da haben die drei alten Hasen Merkel, Seehofer und Schulz doch mal was richtig gemacht.

Autorin: Kathrin Wesolowski

Zuletzt aktualisiert: 17.07.2019, 10:58:29