Es wird wärmer und wärmer

Gepostet am 17.03.2020 um 05:06 Uhr

2019 war in Deutschland das zweitwärmste Jahr seit 1881, seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen. Diese und weitere Erkenntnisse stellt der Deutsche Wetterdienst heute in seinem Jahresbericht vor. Von Alex Krämer.

2019 war in Deutschland das zweitwärmste Jahr seit 1881, seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen. Diese und weitere Erkenntnisse stellt der Deutsche Wetterdienst heute in seinem Jahresbericht vor.

Von Alex Krämer, ARD-Hauptstadtstudio

Der Sommer 2019: Wie schon der Sommer 2018 einer, der im Gedächtnis blieb – heiß, trocken, problematisch. 2018 hatten die Bauern Probleme, 2019 dann auch die Förster – und was wir über 2019 im Kopf haben, heiß und trocken, das stimmt auch statistisch, sagt Thomas Deutschländer vom Deutschen Wetterdienst.

„Es war alles ein klein bisschen weniger ausgeprägt als 2018. Bis auf einen Punkt: Wir hatten im Hochsommer mehrere wirklich extreme Hitzephasen, wo wir tatsächlich mit 42,6 Grad in Lingen einen neuen deutschen Hitzerekord erreicht haben. Das war tatsächlich noch extremer als im Vorjahr.“

Wobei das erstmal nur Wetter ist, nicht Klima. Um dem auf die Spur zu kommen, muss man weiter zurückschauen, längere Linien im Blick behalten. Dabei zeigt sich: 2019 war in Deutschland das zweitwärmste Jahr seit 1881, seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen.

„139 Jahre Daten, da kann man schon wirklich von belastbaren Ergebnissen reden. Und das ist auch über zufällig – das ist Klima, das ist nicht nur Wetter.“

Wärmetrend hält an

In den vergangenen vier, fünf Jahrzehnten hat sich der Anstieg der Temperatur beschleunigt – mindestens in diesem Tempo wird es auch weitergehen, zeigen Klima-Vorhersagen, die der Wetterdienst jetzt erstmals vorlegt. Es geht dabei um den Blick auf die kommenden zehn Jahre, bis 2029, erklärt Tobias Fuchs, Leiter des Geschäftsbereichs Klima beim DWD

„Wir sehen die Tendenz zu weiter ansteigenden Temperaturen nimmt zu. Auch die nächsten zehn Jahre werden nach unseren Vorhersagen wärmer werden. Im Jahresmittel, muss man sagen, aber das wird sich dann auch in Extrem-Ereignissen zeigen.“

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Weniger Niederschlag in Süddeutschland

Und zwar überall – große regionale Unterschiede sind beim Temperatur-Anstieg nicht zu erwarten. Beim Niederschlag dagegen schon: In Süddeutschland werden die Mengen an Regen und Schnee in den nächsten zehn Jahren stärker zurück als andernorts in Deutschland. Aktuell bietet der Wetterdienst die neuen Klima-Vorhersagen für Jahreszeiten an, Frühjahr 2022 zum Beispiel – künftig soll es sie dann auch für einzelne Monate geben – damit sich die Nutzer möglichst gut auf Veränderungen einstellen können. Die Wasserwerke zum Beispiel.

„Es ist der Wassersektor, der einen Nutzen daraus hat, es ist der Bereich der Land-und Forstwirtschaft, der einen Nutzen hat – und es ist der Bereich der Hilfsorganisationen, national und weltweit, der einen Nutzen daraus ziehen kann, früher zu sehen, wo sind Extreme zu erwarten.“

Die Extreme werden weltweit tendenziell häufiger werden. Auch schon in den kommenden zehn Jahren.

Zuletzt aktualisiert: 31.03.2020, 03:25:56