Das politische Berlin begrüßt Trumps neue Afghanistan-Strategie

Gepostet am 22.08.2017 um 16:55 Uhr

Das politische Berlin reagiert erleichtert auf Trumps neue Afghanistan-Strategie. Endlich scheint die amerikanische Außenpolitik verlässlich zu sein.

Bevor er Präsident wurde, war Donald Trump immer für einen Rückzug aus Afghanistan. Am Montag hat er nun eine ganz neue Strategie vorgestellt: Einen verstärkten Einsatz amerikanischer Truppen in Afghanistan. Grund für diese 180-Grad Drehung ist die aktuelle Lage in Afghanistan und die Terrorbedrohung.

Ob und wie viele Soldaten mehr nun nach Afghanistan geschickt werden, darüber machte Trump keine Angaben. Eine Mitteilung seines Verteidigungsministers James Mattis lässt aber auf eine Aufstockung von Soldaten schließen.

Wegen der angespannten Sicherheitslage hatte die Nato bereits im Mai beschlossen, mehr Soldaten nach Afghanistan zu schicken. Bisher war aber unklar, inwieweit sich die USA dabei beteiligen würden. Aus Deutschland sind aktuell 980 Soldaten im Nato-Einsatz in Afghanistan. Damit liegt die deutsche Truppenstärke auf Platz drei hinter den USA und Italien. Die amerikanischen Truppen kämpfen schon seit 16 Jahren in Afghanistan. Seit Jahren wurde die Zahl der Soldaten reduziert. Die Erfolge des Krieges sind allerdings umstritten.

Berlin reagiert positiv auf die Ankündigung aus den USA. Norbert Röttgen (CDU) sagt, er sei überrascht: «Erstmals legt Trump eine kohärente, rationale, verantwortliche Strategie in einem wichtigen außenpolitischen Gebiet vor.» Vor allem, dass Trump kein Enddatum für einen Abzug nennen möchte, begrüßt die Bundesregierung: «Es ist richtig und die Bundesregierung hat lange dafür geworben, dass ein Ende des Einsatzes an die Bedingungen vor Ort geknüpft wird», sagte eine Regierungssprecherin am Dienstag in Berlin.

Wie Trumps Afghanistan-Strategie im politischen Berlin aufgenommen wird und was dies für die Bundeswehr bedeutet, erklärt Stephan Ueberbach im Video:


(Text mit Material der dpa)

Online Redakteurin

Ramona Drosner

Ramona Drosner

Der Bericht aus Berlin

ARD-Hauptstadtstudio

Zuletzt aktualisiert: 23.08.2019, 10:58:57