Stau in Stuttgart // Bild;: imago/Ralph Peters

Das hässliche Entlein beim Klimaschutz

Gepostet am 14.03.2019 um 14:14 Uhr

Spitzentreffen im Kanzleramt und Expertenrunden sollen das Thema Verkehr und Klimaschutz voranbringen. Warum sich das schwierig gestaltet, berichtet Marcel Heberlein.

Der Verkehr in Deutschland ist beim Klimaschutz bisher das hässliche Entlein. Alle anderen Bereiche haben seit 1990 CO2 eingespart, Gebäude, Landwirtschaft, auch große Industrie und Energiekonzerne: Nur der Verkehr nicht. Im Gegenteil, die Emissionen durch Autos und Co sind sogar leicht gestiegen. Das Ziel im Verkehr ist es bis 2030 aber, den Co2-Ausstoß um 40 Prozent zu senken. Nur so kann Deutschland sein Klimaschutzziel erreichen, denn aus dem Verkehr kommen immerhin fast 1/5 aller Co2-Emissionen.

Expertenrunden eingesetzt

Bisher hat die Politik nicht hart gegengesteuert. Zwar gibt es eine Förderung für Elektroautos. Aber kaum einer kauft die Dinger. Ihr Ziel – 1 Million E-Autos bis 2020, wird die Regierung verfehlen. Vor einem Jahr gab es nur knapp 100 000 reine E-Autos und Hybride in Deutschland.

Damit das mit dem Klimaschutz im Verkehr doch noch etwas wird, hat die Regierung mehrere Expertenrunden eingesetzt. Bis Ende März sollen sie erste Vorschläge machen. Höhere Steuern auf Benzin, Tempolimits auf Autobahnen, mehr Förderung für E-Autos – das könnten die Stellschrauben sein.

Verkehrsminister Scheuer hat aber schon klar gemacht, dass er nichts hören will, was Mobilität einschränkt oder die Preise steigen lässt. Er setzt auf Technologie, digitale Verkehrsleitung, neue, synthetische Kraftstoffe. Dass man das Klimaschutzziel im Verkehr aber allein mit technologischem Fortschritt einhalten kann, das halten viele Experten für sehr fraglich.

Zuletzt aktualisiert: 21.03.2019, 17:06:45