Bundestag sagt “Ja” zur Ehe für alle

Gepostet am 30.06.2017 um 09:58 Uhr

Nach jahrelanger Debatte hat der Bundestag Homosexuellen in Deutschland den Weg zur Ehe geebnet. Der von Rot-Rot-Grün eingebrachte Gesetzentwurf der Länder erhält eine klare Zustimmung – auch fast ein Viertel der Unionsabgeordneten votiert mit Ja.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Bundestag hingegen gegen die Öffnung der Ehe für Homosexuelle gestimmt. “Für mich ist die Ehe im Grundgesetz die Ehe von Mann und Frau”, sagte Merkel nach der Abstimmung im Reichstagsgebäude. Sie selbst sei zu der Überzeugung gelangt, dass die Volladoption für gleichgeschlechtliche Paare möglich sein sollte. Doch der grundgesetzliche Schutz nach Artikel 6 beinhalte für sie die Ehe für Mann und Frau.

226 Nein-Stimmen

Zuvor hatte es im Plenum bei 623 abgegebenen Stimmen eine Mehrheit von 393 Abgeordneten für eine völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare gegeben. 226 Parlamentarier stimmten mit Nein, vier enthielten sich. Damit stimmten auch mindestens 73 Unionsabgeordnete für die Ehe für alle. Die Fraktionsdisziplin war aufgehoben worden.


Von der Leyen und Altmaier stimmten dafür

Auf Unionsseite gab es prominente Befürworter einer Öffnung der Ehe für Homosexuelle: Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU), die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Maria Böhmer (CDU), der Präsident des Bundes der Vertriebenen, Bernd Fabritius (CSU), Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), die frühere Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), Finanz-Staatssekretär Jens Spahn, CDU-Generalsekretär Peter Tauber und die ehemalige Wirtschafts-Staatssekretärin Dagmar Wöhrl (CSU)

“Emotional berührend”

“Es war eine lange, intensive, für viele auch emotional sehr berührende Diskussion – das gilt auch für mich ganz persönlich”, sagte Merkel. “Deshalb hoffe ich, dass mit der Abstimmung heute nicht nur der gegenseitige Respekt zwischen den unterschiedlichen Positionen da ist, sondern dass damit auch ein Stück gesellschaftlicher Friede und Zusammenhalt geschaffen werden konnte.” (dpa)


Zuletzt aktualisiert: 28.07.2017, 17:05:03