Bericht aus Berlin vom 11.12. – die ganze Sendung

Gepostet am 10.12.2016 um 09:30 Uhr

Europa hat viele Baustellen: Brexit, Flüchtlingskrise, Populisten, die Finanzkrise. Wir fragen Martin Schulz, wie sich die EU verändern muss und wie sich die SPD für die Bundestagswahl aufstellt.

Die ganze Sendung können Sie hier sehen:

Das Video erscheint in Kürze.

Schöne Bescherung: Wohin steuert Europa?

Eigentlich dachte man, Europa stünde mit der Finanzkrise vor seiner größten Herausforderung. Doch dann kam die Flüchtlingskrise, der Brexit, immer mehr rechte Populisten, die gegen die Gemeinschaft wettern und es wird deutlich, alles könnte noch viel schlimmer kommen.

Europa ist in seinen Grundfesten erschüttert, Solidarität ist nicht wie gedacht selbstverständlich. Etliche Staaten ziehen sich ins Nationale zurück, teilen fundamentale Werte nicht und viele Bürger verlieren ihr Vertrauen in Europa.

Wir ziehen Bilanz und schauen voraus. Wohin muss Europa steuern? Wie kann die Gemeinschaft ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, eine neue Vision entwickeln? Ist der Ausweg ein mehr oder ein weniger Europa? Müssen Zuständigkeiten verändert werden? Sind die Europapolitiker der ersten Stunde, noch die, die Europa nach vorne bringen können? Marion von Haaren sucht nach Antworten.

Die SPD auf der Suche nach dem Aufbruch

Die Sozialdemokraten können sich derzeit über einen ungewohnten Mitgliederzuwachs freuen. Der Wahlsieg Donald Trumps in den USA hat etliche Unentschlossene dazu bewogen, der SPD beizutreten. Und dennoch, aus dem Umfragetief kommt die Partei nicht heraus. Die Basis ist tief verunsichert. Und während die CDU nach rechts rückt, bewegt die SPD sich nach links.

Den klassischen Kampf gegen die soziale Ungerechtigkeit will die Partei im Wahlkampf führen. Doch auch die anderen Parteien, allen voran die AfD, tummeln sich bereits auf diesem Feld. Schwierig ist auch, dass die Machtoptionen außerhalb der großen Koalition äußerst vage sind.

Und es fehlt auch noch am Kandidaten, der gegen Angela Merkel antreten soll. Sigmar Gabriel ziert sich. Er hat die erste Wahl, doch beim Wähler ist er unbeliebt. Martin Schulz hält sich – noch – vornehm zurück, aber bald wird er von Brüssel nach Berlin wechseln und er wird eine wichtige Rolle spielen wollen. Als Kanzlerkandidat wäre er in der Partei und auch beim Wähler der beliebtere. Ulla Fiebig und Moritz Roedle über eine Partei auf der Suche nach dem Aufbruch.

Gast: Martin Schulz

Thomas Baumann spricht im Bericht aus Berlin zu beiden Themen mit Martin Schulz, SPD. Der scheidende EU-Parlamentspräsident genießt in Europa parteiübergreifend hohes Ansehen und kennt die EU wie kaum ein zweiter. Ende November hatte Schulz angekündigt, im kommenden Jahr vom Europaparlament in die Bundespolitik zu wechseln. Noch ist unklar, welche Rolle er in SPD und Bundesregierung anstrebt.

Laut aktuellem DeutschlandTrend genießt Martin Schulz in der Bevölkerung deutlich mehr Zuspruch als Sigmar Gabriel. Anders als der in dieser Beziehung abgeschlagene SPD-Chef, kann sich Schulz auch im direkten Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel, CDU, Chancen ausrechnen. Neben der Kanzlerkandidatur wird Schulz auch als Nachfolger Frank-Walter Steinmeiers im Amt des Außenministers gehandelt.

Zuletzt aktualisiert: 18.11.2018, 17:45:07