Beamtenstatus – ein zu gutes Geschäft

Gepostet am 17.01.2018 um 11:36 Uhr

Sollen Beamte streiken dürfen? Zumindest manche Beamte, Lehrer vor allem? Darüber verhandelt heute das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Geklagt haben beamtete Lehrer, die nach ihrer Streikbeteiligung ein Disziplinarverfahren am Hals hatten. Ihr Problem, meint Alex Krämer. Sie wussten, worauf sie sich einlassen.

Auf ein Recht verzichten, das für die allermeisten Leute nicht so wirklich zentral ist – und im Gegenzug einen ganzen Berg Privilegien bekommen: Das ist das Geschäft, das Arbeitnehmer eingehen, wenn sie sich verbeamten lassen. Ein unglaublich gutes Geschäft. Pensionen, von denen normale Rentner nur träumen können, ganz ohne Beiträge dafür zu bezahlen, deutlich mehr Netto als die angestellten Kollegen, und dazu die Sicherheit, nie nie nie den Job verlieren zu können. Kein Wunder, dass Beamtenstellen begehrt sind.

Beamten-Privilegien locken

Die wenigen Bundesländer, die Lehrer aus guten Gründen nicht verbeamten, wie Sachsen und Berlin, merken das. Ihnen wandern Nachwuchskräfte ab, sie suchen die angebliche Knechtschaft des Streikverbots geradezu, ziehen ihr hinterher, kreuz und quer durch die Republik, völlig freiwillig. Beamten-Privilegien locken eben. Die zu behalten, aber gleichzeitig auch noch streiken zu wollen wie die Angestellten: Das ist einfach vermessen. Diejenigen, denen das Streikrecht angeblich so wichtig ist, können sich ja durchaus dafür entscheiden und einfach Angestellte bleiben. Kultusminister, die ihre angestellten Lehrer zwingen Beamte zu werden, sind nämlich eher selten.

Zuletzt aktualisiert: 29.09.2020, 01:52:42