Bauskandal im Regierungsviertel

Gepostet am 10.10.2016 um 16:30 Uhr

Das Marie-Elisabeth-Lüders Haus, mit 300 Büros sollte dieses Jahr fertig werden. Doch vor 2020 wird das nichts.

Stillstand. Das Marie-Elisabeth-Lüders Haus, mit 300 Büros sollte dieses Jahr fertig werden. Als wir mit unserem Kamera-Team auf die abgeriegelte Baustelle kommen wird klar: Das dürfte dauern. Vor 2020 wird das nichts.

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Als wir in den Keller kommen zeigt sich: Der Schaden ist gigantisch: Wasser dringt ein im 2. Untergeschoss. Die Betonplatte, 10 Meter unter der Erde ist teilweise aufgerissen, sie ist porös. Die bereits eingebaute Technik: Heizung, Belüftung, muss fast komplett wieder raus. Ein Mega-Bauskandal. Allerdings: Das Problem ist nicht neu: Die zuständige Baubehörde weiß seit mindestens einem Jahr Bescheid: Intern spricht man von einem Großschaden. Ein „komplexes Problem“, räumt die Chefin der Behörde, Petra Wesseler vor der Kamera ein.

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Politiker reagieren entsetzt: 190 Millionen waren für den Bau angesetzt. Jetzt drohen Sanierungskosten in zweistelliger Millionenhöhe. Sie wollen jetzt von der Bundesbaubehörde wissen: Wie teuer wird das Ganze und vor allem: Wie konnte das passieren?

Doch dazu ist die Bundesbaubehörde nicht im Stande. Ein Gutachter prüft seit etlichen Monaten, bislang ohne Ergebnis.
Mehr noch: Jetzt droht weiterer Ärger. Der Architekt des Hauses hat die Bundes- Baubehörde um insgesamt 14 Millionen Euro wegen diverser Streitfälle verklagt, und entnervt seine Arbeit niedergelegt: Er sagt: Diese Bundes-Behörde ist die schlechteste Baubehörde in der ganzen Bundesrepublik.

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Trotzdem soll diese Behörde weiter bauen dürfen: Auf 47.000 Quadratmetern werden nach aufwendigen Plänen weitere Büros für den Bundestag entstehen. Ein gewaltiges Projekt – Doch die Zweifel am Gelingen sind schon jetzt beträchtlich.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie heute um 18:30 Uhr in der Sendung Bericht aus Berlin im Ersten.

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Zuletzt aktualisiert: 19.10.2018, 02:30:38