Populär und sinnlos

Gepostet am 27.06.2018 um 12:29 Uhr

Eine Erleichterung für Familien – so preist die Union das Baukindergeld an. Tatsächlich handelt es sich um reine Geldverschwendung, meint Alex Krämer. Denn es wird wirkungslos bleiben und Probleme verschärfen.

Eine Erleichterung für Familien – so preist die Union das Baukindergeld an. Tatsächlich handelt es sich um reine Geldverschwendung, denn es wird wirkungslos bleiben und Probleme verschärfen.

Ein Kommentar von Alex Krämer, ARD-Hauptstadtstudio

Verdammt schade um das schöne Geld – knapp zwei Milliarden Euro werden weitgehend ohne Effekt zum Fenster raus geworfen. Das Grundsätzliche vorneweg: Das Baukindergeld hilft nicht denen, die auf dem Wohnungsmarkt die größten Probleme haben, die so wenig verdienen, dass sie in den Ballungsräumen keine Wohnung mehr finden, die sie bezahlen können. Sie brauchen gar nicht erst darüber nachzudenken, ob sie es sich leisten können, eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen. Das sollte man beim Baukindergeld im Kopf haben.

Aber Förderung von Mittelstandsfamilien ist ja auch nichts Schlechtes, darauf könnte man sich noch einlassen. Nur leider wird das Baukindergeld noch nicht einmal denen helfen, die eine Immobilie kaufen können. Denn: In den Ballungsräumen sind die Preise mittlerweile so hoch, dass 12.000 Euro pro Kind nicht wirklich ins Gewicht fallen. Außerdem ist das Angebot so knapp, dass die Anbieter fast alles durchsetzen können – sie werden das Baukindergeld deshalb einfach auf die Preise draufschlagen.

Und auf dem Land? Dort ist es günstiger, dort machen die 12.000 Euro schon etwas aus, aber dort herrscht auch kein Wohnungsmangel. Im Gegenteil: Immer mehr Regionen haben ein Leerstandsproblem, und genau dieser Leerstand wird durch das Baukindergeld noch größer. Populär, aber sinnlos – wirklich schade um das Geld.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 27. Juni 2018 um 09:05 Uhr.

Zuletzt aktualisiert: 26.09.2018, 08:55:38