PRO Strafgebühr in Notaufnahmen

Gepostet am 16.07.2018 um 11:49 Uhr

Wer nicht hören will, muss fühlen – sagt der Volksmund. Recht hat er. Notaufnahmen der Krankenhäuser sind eben genau das: Not-Aufnahmen. Schon lange nutzen sie zu viele zu oft als Arztpraxen mit verlängerten Öffnungszeiten. Weil es bequem ist, irgendwann nach Feierabend oder am Wochenende zum Arzt zu gehen – befreit von Alltagspflichten oder weil man sich schlicht nicht getraut hat, während der Arbeitszeit zum Arzt zu gehen. Das ist auch ein Problem unserer Leistungsgesellschaft. Arbeitnehmer müssen lernen: wer sich vormittags mies fühlt, geht dann zum Arzt und nicht erst um zwanzig Uhr in die Notaufnahme. Und Arbeitgeber müssen begreifen: Krankheiten sind kein Freizeitspaß. Dazu kommt: „Normal Erkrankte“ gehören nicht ins Krankenhaus. Wer zu spät dran ist oder zu Randzeiten erkrankt, sollte sich erst mal an den zuständigen ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. Sicher: Eine Strafgebühr klingt böse. Aber wenn sie ihren Zweck erfüllt, ist das in Ordnung.

Zuletzt aktualisiert: 18.11.2018, 23:39:44