Bundeswehreinsätze im Ausland – ein Überblick

Gepostet am 20.03.2018 um 17:03 Uhr

Länger und zum Teil anders: Der Bundestag stimmt über fünf Auslandseinsätze der Bundeswehr und den Auftrag der deutschen Soldaten ab. Alex Krämer mit einem Überblick über die Einsatzorte, um die es dabei geht.

Irak und Syrien

Hier steht der Kampf gegen die Terror-Organisation “IS” im Vordergrund. Es geht dabei nicht um Kampfeinsätze. Die deutschen Soldaten sind als Ausbilder und Berater unterwegs. Anders als bisher nicht mehr nur für die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Nordirak, sondern  für die gesamte irakische Armee. Bis zu 800 deutsche Soldaten dürfen dafür eingesetzt werden, 400 weniger als bisher.

Teil des Einsatzes ist auch die Unterstützung der internationalen Anti-“IS”-Koalition in Syrien. Die Bundeswehr ist dabei nicht direkt an den Luftangriffen gegen “IS”-Stellungen beteiligt. Aber sie liefert Informationen aus Aufklärungs-Flügen  zu und betankt Kampfjets in der Luft. Anders als die anderen vier Einsätze, die um ein ganzes Jahr verlängert werden sollen, entscheidet der Bundestag in diesem Fall erst einmal nur über das nächste halbe Jahr.

Afghanistan

Auch hier ist die Bundeswehr nicht im Kampf-Einsatz, sondern als Ausbilder unterwegs –  für Armee und Polizei. Dieser Einsatz soll nach dem Willen der Bundesregierung aufgestockt werden – von knapp tausend auf bis zu 1300 Soldatinnen und Soldaten. Das wäre dann der größte Bundeswehreinsatz im Ausland.

Mittelmeer

Zwischen Libanon und Spanien, also im gesamten Mittelmeer, sind die Kriegs-Schiffe der Nato-Operation Sea Guardian unterwegs. Der Auftrag: Den Seeverkehr überwachen, Terrorismus und Waffenschmuggel bekämpfen. Die Soldaten dürfen Schiffe kontrollieren – zum Beispiel, wenn die verdächtigt werden, illegal Waffen ins instabile Libyen zu liefern. Die Bundeswehr ist mit 650 Soldatinnen und Soldaten beteiligt.

Südsudan

Dort soll die Bundeswehr wie bisher eine UN-Friedensmission unterstützen. Aufgabe der Soldaten ist es, Zivilisten zu schützen und humanitäre Hilfe wie Lebensmittel-Lieferungen möglich zu machen. Der Südsudan hat sich 2011 vom Nordsudan abgespalten, der Norden hat das auch akzeptiert, aber die Lage ist nach wie vor unsicher. Bis zu 50 deutsche Soldaten im Südsudan sind erlaubt – aktuell sind aber nur 16 dort im Einsatz

Darfur

Auch in dieser Provinz im Westen des Sudan geht es, wie im Südsudan, um bis zu 50 deutsche Soldatinnen und Soldaten – aktuell sind aber nur sieben Deutsche dort im Einsatz. Sie unterstützen eine wesentlich größere UN-Mission mit rund 9000 Soldaten, überwiegend aus afrikanischen und asiatischen Ländern. Ziel ist es, die Zivilbevölkerung in Darfur zu schützen. Dort herrscht seit 2003 ein unübersichtlicher Bürgerkrieg zwischen Rebellengruppen, die sich zum Teil auch untereinander bekämpfen, und der sudanesischen Zentral-Regierung.

Zuletzt aktualisiert: 18.12.2018, 17:02:03