Armer Martin – altes Kind

Gepostet am 04.09.2017 um 12:20 Uhr

Was soll man vom TV-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz halten? Unser Korrespondent Frank Wahlig bleibt ratlos zurück und fühlt sich an das Dschungelbuch erinnert.

Armer Martin, altes Kind. Zu viel Dschungelbuch geschaut. Die Schlange Ka: vertraue mir, vertraue mir und die Augen rotieren wie ein wild gewordenes Eichhörnchen. Doch das war nicht kanzlerfähig. Allensfalls bemüht. Gegen Mutter Oberin hatte Martin keine Chance. Belastet war Martin von den Erwartungen seiner Funktionärs Alterskohorte. Thomas Oppermann, Fraktionschef, gab Martin mit auf den Weg: das Duell werde den Wechsel bringen. Das ist eine Aufforderung. Das ist aber auch eine Drohung.

Düstere Zukunft

Das Duell hat die Wende nicht gebracht. Die SPD geht mit Verlierern schlecht um. Die Zukunft sieht düster aus. Für Martin und einige seiner Generation. Vielleicht kann die SPD sich in eine große Koalition retten und die Alterskohorte ist noch einmal versorgt. Das scheint möglich. Merkel, der Deutschen Mutter Oberin, wird zeigen wo es lang geht. Sie ist nicht herausgefordert worden. Der Kandidat ist nicht die Alternative zur Alternativlosen. Es gibt viele Übereinstimmungen in vielen Politikfeldern zwischen SPD und Union. Einen Wechsel gibt es nicht.

Das Duell lässt irgendwie ratlos zurück. Die vielen unentschiedenen Wähler, was mögen sie mitgenommen haben. Vielleicht der Gedanke, dass es Parteien gibt ohne Kanzlerkandidaten, aber mit Ideen. Eine oder zwei der kleineren Parteien könnten Mutter Oberin in einer Koalition zusetzen. Wenigstens die, wenigstens da.

Zuletzt aktualisiert: 26.09.2017, 09:22:11