Der Wahlkampf kommt in Fahrt, die SPD gerät aus dem Tritt

Gepostet am 22.05.2017 um 16:55 Uhr

Nach einem Hin-und-Her stellt die SPD ihre Eckpunkte für das Wahlprogramm vor. Doch nicht der, der es verkörpern soll: Martin Schulz. Die Partei hat ein schlechtes Timing, kommentiert Volker Schaffranke.

Wer die SPD kennt, weiß: Einfach geht immer, kompliziert können wir aber sehr viel besser! Zugegeben: als politischer Beobachter macht das den beruflichen Alltag nicht gerade leicht, manchmal lässt sich darüber schmunzeln, an anderen Tagen nervt es gewaltig.

Doch das spielt eine untergeordnete Rolle. Viel schwerer wirkt, dass die SPD jetzt, wo der Wahlkampf langsam in Fahrt kommt, aus dem Tritt gerät. Weder haben die Sozialdemokraten ein gutes Timing, noch klare Inhalte.

Das Eckpunkte-Papier als Vorstufe zum Wahlprogramm sollte heute vorgestellt werden. Oder doch nicht? So genau wusste das am Montagmorgen keiner im Willy-Brandt-Haus – am Ende gab es dann doch so etwas wie eine Vorstellung.

Martin Schulz fehlte

Einer fehlte bei dem Ganzen allerdings: Martin Schulz, immerhin der Kanzlerkandidat. Nach den drei Wahlschlappen taumelt die Partei umher. Viel steht geschrieben, aber transportiert wird es nicht von dem, der es doch verkörpern soll.

Immer wenn es ein „großer Wurf“ hätte werden können, fällt Martin Schulz der Ball kurz vorher aus der Hand. Er kann es nicht oder ist richtig schlecht beraten. Beides in vier Monaten zu ändern, wird verdammt schwer.

Korrespondent

Volker Schaffranke

Volker Schaffranke
Hörfunkkorrespondent

Der Bericht aus Berlin

ARD-Hauptstadtstudio

Zuletzt aktualisiert: 21.09.2019, 07:20:40