Kanzlerin Angela Merkel und der SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz. Foto: imago/Belga

Schulz und Merkel gleichauf im ARD-Deutschlandtrend

Gepostet am 26.01.2017 um 09:32 Uhr

Ein SPD-Kanzlerkandidat hat gegen Merkel ohnehin keine Chance? Bei Martin Schulz sieht das zumindest beim direkten Vergleich mit Angela Merkel anders aus. Er kommt nah ran, im neuen ARD-Deutschlandtrend Extra.

Über schlechte Startbedingungen kann sich Martin Schulz nicht beschweren. Die SPD-Bundestagsfraktion hat ihn mit Applaus gefeiert.

Und auch in den Meinungsumfragen schwimmt der frisch ausgerufene Kanzlerkandidat der SPD auf einer Welle der Sympathie. Zwei von drei Bundesbürgern halten ihn – laut ARD-Deutschlandtrend – für einen guten Bewerber.

Und, noch wichtiger – Martin Schulz liegt bei der direkten Beliebtheit gleichauf mit der Kanzlerin. 41 Prozent der Befragten würden ihn zum Kanzler wählen – genau so viele wie Angela Merkel. Martin Schulz gibt sich entsprechend selbstbewusst:

„Die SPD tritt an, dieses Land zu führen. Und es ist völlig klar – wir wollen, in welcher Konstellation auch immer, den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland stellen.“

Innerhalb der SPD ist die Begeisterung für den neuen Spitzenkandidaten noch grösser. Vier von fünf Genossen stehen laut ARD-Deutschlandtrend hinter Martin Schulz.

Sie zollen Sigmar Gabriel Respekt für seinen Rückzug und glauben überwiegend, dass der SPD mit Schulz ein Neuanfang gelingen könnte.

Das hat sich auch bei der SPD-Fraktionssitzung gestern im Bundestag widergespiegelt. Schulz hat sich dort den Abgeordneten präsentiert, und die sind begeistert. Lars Klingbeil aus Niedersachsen freut sich:

„Ich habe selten so eine gute Stimmung, eine Euphorie, eine Aufbruchsstimmung erlebt.“

Und der bayerische Abgeordnete Uli Grötsch ist überzeugt:

„Martin Schulz ist einer von uns. Der wird die Herzen und die Köpfe der Menschen miteinander erreichen.“

Die Köpfe und die Herzen

Vor allem bei den Punkten Glaubwürdigkeit und Sympathie überzeugt der frühere EU-Parlamentspräsident und liegt hier sogar leicht vor der Kanzlerin. Schulz ist volksnah, lobt auch SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann:

„Er ist jemand, der den Menschen das Gefühlt vermittelt, dass er ihre Probleme kennt, und dass er auch ihre Sprache versteht!“

Bei den Punkten „Führungsstärke“ und „Kompetenz“ steht im aktuellen Trend jedoch weiterhin die Kanzlerin vorn.

Martin Schulz bedeutet für viele Genossen vor allem das „Prinzip Hoffnung“. Denn 65 Prozent der Befragten sagen auch: Wir wissen noch gar nicht so genau, wofür der Kandidat Schulz steht.  Regierungserfahrung jedenfalls hat Martin Schulz noch keine – höchstens kommunalpolitische.

Bisher war er Bürgermeister des kleinen Ortes Würselen bei Aachen, und dann beliebter EU-Parlamentspräsident. Der Politikberater Klaus-Peter Schmidt-Deguelle sagt deshalb:

„Man wird Schulz sicherlich seine mangelnde innenpolitische Erfahrung vorhalten, ob das zieht ist eine andere Frage“

Am Sonntag, bei einer SPD-Vorstandsklausur, will Schulz einen ersten Aufschlag machen und kündigt eine programmatische Rede an. Das Willy-Brandt-Haus öffnet dazu seine Türen, nicht nur für die Parteispitze, sondern auch für die Bürger.

 

Zuletzt aktualisiert: 23.08.2017, 19:22:24