Entwicklungsminister Müller reist in den Nordirak

Gepostet am 02.02.2017 um 10:35 Uhr

Bundesminister Gerd Müller besucht von Deutschland geförderte Hilfsprojekte für Flüchtlinge und Vertriebene im Irak. Zudem ist ein Treffen mit dem Ministerpräsident der kurdischen Autonomieregion Nechirvan Barsani geplant.

Bundesentwicklungsminister Müller reist heute in den Nordirak. Er will sich ein Bild von der Situation der Flüchtlinge aus der IS-Hochburg Mossul machen. Hunderttausende sind seit Oktober aus Mossul und Umgebung vor Kämpfen geflohen. Die irakische Armee versucht mit Verbündeten die Stadt vom sogenannten Islamischen Staat zurückzuerobern. Die meisten Flüchtlinge sind in Notlagern untergekommen. Das Entwicklungsministerium unterstützt sie, zum Beispiel mit Winterkleidung und Medizin. Der Umfang der Hilfe: etwa 50 Millionen Euro. Geplant sind auch Gespräche mit der kurdischen Regionalregierung in der Stadt Erbil. Der Minister will für gute Regierungsführung werben. Gegen die Regionalregierung gibt es schwere Vorwürfe: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet, dass kurdische Peshmerga-Kämpfer Gräueltaten begehen. Die Rede ist von Massenerschießungen und Folter. Ein Sprecher von Human Rights Watch forderte, der Entwicklungsminister müsse bei der Regionalregierung deutlich anmahnen, die Menschenrechte einzuhalten. Das Entwicklungsministerium bemüht sich auch, Bleibeperspektiven zu schaffen. Denn aus dem Irak machen sich viele Flüchtlinge auf den Weg nach Deutschland. Im vergangenen Jahr haben fast 100.000 Iraker einen Asylantrag gestellt. Deswegen investiert das Ministerium auch in Schulplätze und Ausbildungsmöglichkeiten.

Zuletzt aktualisiert: 20.10.2020, 02:25:58