Elektronische Fußfessel künftig auch für extremistische Gefährder

Gepostet am 01.02.2017 um 16:30 Uhr

Klingt nach einem guten Gefühl, das alles unter Kontrolle ist. Doch das ist falsch, da die Fußfessel keinen Anschlag verhindert und Sicherheit vorgaukelt – ein Kommentar von Volker Schaffranke.

Mit der elektronische Fußfessel verbinden sich bestimmte Bilder. Von Schwerkriminellen, die rund um die Uhr überwacht werden. Die nicht einmal vors Haus gehen können, jeder Schritt ist registriert! Das klingt nach gutem Gefühl, das alles unter Kontrolle ist. Falsch! Die elektronische Fußfessel für Gefährder verhindert keinen Anschlag! Und wer sie nur im Zusammenhang damit sieht, macht einen großen Fehler! Ein extrem radikalisierter Islamist, der fest entschlossen ist, ein Attentat zu verüben, wird sich dadurch von nichts abhalten lassen. Hat er die Auflage sich keinem Bahnhof oder Flughafen zu nähern, wird er ein Einkaufszentrum, eine belebte Straßenkreuzung oder eben, wie es traurige Realität ist, einen Weihnachtsmarkt suchen und finden. Dort wird er dann zuschlagen. Die Fußfessel ist im Instrumentenkasten der Sicherheitsbehörden bei der Überwachung von Gefährdern nur ein kleiner Baustein! Sie kann vielleicht die Vorbereitung einen Anschlages erschweren, weil sie den Betroffenen einengt in seinen Möglichkeiten – mehr aber auch nicht! Wir wissen um seinen Aufenthaltsort, aber nicht mit wem sich der Gefährder trifft, was in seinem Kopf vorgeht, was er plant. Die Fußfessel ersetzt eben keine Polizeiarbeit. Sie macht nur Sinn wenn es jemanden gibt, der die Daten der Fessel auswertet, der das Bewegungsprofil des Gefährders überwacht und im Notfall einschreitet. Sie gaukelt Sicherheit also nur vor!

Zuletzt aktualisiert: 25.05.2019, 13:49:36