Asylstatistik 2016

Gepostet am 11.01.2017 um 15:40 Uhr

Die Verfahren beschleunigt, die Flüchtlingszahl reduziert: Bundesinnenminister Thomas de Maizière und der Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise, präsentierten zufrieden die Asylstatistik 2016.

Die heutige Pressekonferenz gehörte für Bundesinnenminister de Maizière sicherlich zu den erfreulicheren Terminen in den vergangenen Wochen. Denn der CDU-Politiker hatte eine gute Nachricht zu verkünden. Insgesamt suchten 280.000 Flüchtlinge im vergangenen Jahr Schutz in Deutschland – 600.000 weniger als noch im Jahr 2015. Und die Zahl der Flüchtlinge hätte noch geringer ausfallen können als 280.000, erklärte de Maizière:

„…sei es deswegen, weil es nach den ersten drei Monaten sowohl das EU-Türkei-Abkommen in Kraft getreten ist und auch die Balkan-Route geschlossen wurde. Wenn Sie die sozusagen aufs ganze Jahr umrechnen würden, die Zahlen, die wir seitdem hatten, wären wir auch deutlich unter 280.000 und in einer Größenordnung von um die 200.000.“

Es sei gelungen, das Migrationsgeschehen zu ordnen und zu steuern, betonte der Innenminister. Dazu gehört auch, dass die Zahl abgelehnter Asylbewerber, die in ihre Heimat zurückgekehrt sind oder zurückkehren mussten, im vergangenen Jahr auf 80.000 gestiegen ist. Zwar eine deutliche Verbesserung im Vorjahresvergleich, so de Maizière, aber

„dennoch ist die Zahl angesichts der jetzt schon entschiedenen und noch zu erwartenden, ablehnenden Asylgesuchen zu niedrig.“

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, hat sein Personal mittlerweile vervierfacht und arbeitet wesentlich besser als noch vor einem Jahr. Deshalb konnten dort inzwischen mehr Asylanträge als je zuvor entschieden werden. Und zwar knapp 700.000 im vergangenen Jahr. Bundesinnenminister de Maizière ist sehr zufrieden mit der Nürnberger Flüchtlingsbehörde. Er lobte nicht nur die Mitarbeiter, sondern vor allem deren Chef Frank-Jürgen Weise. Besser gesagt, Noch-Chef, denn der 65-Jährige Weise wird seinen Job Ende des Monats an seine Nachfolgerin Jutta Cordt übergeben. Weise zog eine durchaus positive Bilanz:

„Das Schönste ist der Erfolg, dass wir heute den geflüchteten Menschen so begegnen können, wie man es eigentlich von Deutschland erwartet und da eben klar differenziert, diejenigen, die unsere Zuwendung, Liebe, Unterstützung brauchen, das ist besser organisiert. Es ist aber auch klar, wer uns betrügt, der muss damit rechnen, dass das erkannt wird und sanktioniert wird. Das ist für mich ein gutes Gefühl.“

Inzwischen seien alle Flüchtlinge registriert, Doppelidentitäten gebe es nicht mehr, erklärte Weise. Der Schutz vor Asylbetrug sei wesentlich verbessert worden.

Zuletzt aktualisiert: 20.08.2017, 23:03:13