Weihnachtsverbot

Gepostet am 18.12.2016 um 14:35 Uhr

Im Auswärtigen Amt ist das Weihnachtsverbot an einer von Deutschland geförderten Schule Istanbul Lisesi in der Türkei auf Unverständnis gestoßen.

Nun hat auch das Auswärtige Amt auf das Weihnachtsverbot an der deutsch-türkischen Schule reagiert:

„Wir verstehen diese überraschende Entscheidung nicht“, hieß es, „es ist sehr schade, dass die gute Tradition des vorweihnachtlichen interkulturellen Austauschs in diesem Jahr ausgesetzt wurde“.

Berlin will das nun mit den türkischen Gesprächspartnern aufnehmen.

Kritik kam auch von deutschen Politikern

„Wenn die Bundesrepublik Deutschland die Lehrer an diesen Schulen finanziert, dann kann sie auch die Inhalte des Unterrichts bestimmen“, sagt der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende Franz Josef Jung: „Weihnachten gehört untrennbar zur deutschen und christlichen Kultur“.

Ähnlich hat sich der grüne Außenpolitiker Omid Nouripour geäußert. Wenn Deutschland Schulen mitfinanziere sei das Weihnachtsverbot nicht hinnehmbar, das müsse die Bundesregierung Ankara eindeutig klarmachen.

„Wenn die türkische Regierung darauf nicht eingeht, dann muss die Finanzierung für diese Schule eingestellt werden“, sagt Nouripour.

An der Schule in Istanbul unterrichten 35 aus Deutschland entsandte Lehrer, die mit deutschen Steuermitteln finanziert werden, das bedeutet eine jährliche Förderung in Millionenhöhe. Die türkische Schulleitung des Gymnasium hatte in einer Mail an das deutschsprachige Kollegium angeordnet, dass ab sofort nichts mehr über Weihnachtsbräuche und über das christliche Fest im Unterricht mitgeteilt, erarbeitet sowie gesungen werden darf. Die Schule gilt als Elitegymnasium, wird ausschließlich von türkischen Schülern besucht – ist aber eine anerkannte deutsche Auslandsschule.

Zuletzt aktualisiert: 16.08.2018, 04:27:27