Bundespräsident Gauck verleiht Orden zum Tag des Ehrenamts

Gepostet am 05.12.2016 um 18:15 Uhr

24 Personen sind von Bundespräsident Gauck für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. Unter ihnen Schulleiter Ulrich Wessel, der sich seit dem Germanwings Absturz für Angehörige und Mitschüler engagiert und der Sänger Roland Kaiser aus Münster.

Als alle Orden verliehen sind, die Nationalhymne gesungen wurde und nebenan die ersten Häppchen verteilt werden, steht Helmut Wibel aus Remseck am Neckar mit Tränen der Rührung in den Augen im Großen Saal von Schloss Bellevue und freut sich einfach:

„Für mich es eine besondere Ehre, aber es ist auch eine Anerkennung der Feuerwehrarbeit insgesamt, weil wir als Feuerwehrleute viel Leid sehen in der täglichen Arbeit, dann ist es eine Anerkennung für die Leute, und auch ein Ansporn, und man fühlt sich dann einfach geehrt.“

Wibel war schon mit 17 Jahren als freiwilliger Feuermann in Remseck aktiv und hat praktisch sein ganzes Leben dem Feuerwehrwesen gewidmet. Christ Jooß aus Berglen hat sich ihr Verdienstkreuz stolz ans Revers geheftet. Ob Schule, Seniorenarbeit oder Einsatz für Flüchtlinge. In ihrer Gemeinde im Rems-Murr-Kreis zeigt sie seit Jahren Kante:

„Also für mich ist es ein Ansporn, in dieser Weise auf jeden Fall weiter zu arbeiten. Und ich denke, es ist auch ein sichtbares Zeichen für andere: Ja, es lohnt sich, sich einzubringen, sich zu engagieren. Und da will ich einfach ganz vielen mit Mut machen, auf diese Art und Weise tätig zu werden.“

Bundespräsident Joachim Gauck meint Christa Jooß und Helmut Wibel ebenso wie Helmut Lohkamp aus dem rheinland-pfälzischen Ingelheim am Rhein, und wie alle andern Gäste, als er sagt:

„Sie alle schaffen gemeinsam etwas, das für den Zusammenhalt unserer freiheitlichen Gesellschaft ganz unverzichtbar ist: Sie knüpfen ein Band des Vertrauens. Sie geben der Solidargemeinschaft ein Gesicht, in dem sie andern zu Seite stehen. Sei es bei Unglücksfällen oder bei Krankheit, sei es auf dem Sportplatz, sei es bei der Betreuung von Flüchtlingen oder beim Anti-Mobbing-Training an den Schulen.“

Aus ganz Deutschland werden diesmal 13 Frauen und 11 Männer geehrt. Unter ihnen auch Ulrich Wessel aus Haltern am See, der sich seit dem Germanwings Absturz mit 16 Opfern aus seiner Gemeinde als Leiter des örtlichen Gymnasiums für Angehörige und Mitschüler engagiert. Und mit dabei auch: Roland Kaiser. Der prominente Sänger aus Münster setzt sich seit Jahren für sozial Benachteiligte ein, vor allem für Kinder. Kaiser, der 2010 eine Lunge transplantiert bekam, engagiert sich zudem für Organspende-Stiftungen. Und er kämpft für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit.

„Mir persönlich geht es vor allem darum, dass hier meine Mitstreiter von den einzelnen Verbänden spüren, dass auch ihre Arbeit gewürdigt wird und, dass auch ihr Verband erwähnt wird, und das ist eine Hilfe für uns, klar.“ „Warum engagieren Sie sich?“ „ Weil ich natürlich auch durch die Gesellschaft auf die Sonnenseite des Lebens gestellt werde, und das will man was zurückgeben, das ist jedenfalls meine Auffassung.“

Auch Roland Kaiser trägt den Orden stolz am Revers und lässt das Blitzlichtgewitter geduldig über sich ergehen. Zuhause wird die Auszeichnung dann nicht etwa zwischen den goldenen Schallplatten ausgehängt, sondern sicher verwahrt:

„Meine Frau und ich haben einen Tresor bei uns in der Wohnung, und da kommt das rein. Da ist auch schon der Landesverdienstorden von Nordrhein-Westfalen drin, und da kommen solche Orden rein.“

Zuletzt aktualisiert: 18.08.2018, 02:35:30