Krebs in Deutschland: Fast doppelt so viele Neuerkrankungen

Gepostet am 29.11.2016 um 12:30 Uhr

Die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen hat sich seit 1970 fast verdoppelt. Andererseits hat sich die Lebenserwartung der Patienten deutlich erhöht. Und: Es gibt beim Thema Krebs durchaus regionale Unterschiede.

Seit 1970 hat sich die Zahl der Krebs-Neuerkrankungen laut dem „Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland“ fast verdoppelt. Und dabei sind die leichteren Hautkrebserkrankungen noch gar nicht mit eingerechnet. 2013 erkrankten demnach über 480.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Ein Grund: Die Menschen werden im Durchschnitt immer älter. Aber mit dem Alter steigt eben auch das Risiko, dass sich ein Tumor im Körper entwickelt.

Positive Nachrichten
Rechnet man den Alters-Faktor heraus, kann man bei manchen Krebsarten laut Experten eine Trendwende beobachten. So bekommen heute zum Beispiel weniger Männer Lungenkrebs, vermutlich auch schlicht deshalb, weil weniger rauchen.

Bei Brustkrebs deuten die Daten darauf hin, dass Tumore häufiger früher entdeckt werden, weil viele Frauen heutzutage am nationalen Mammographie-Screening-Programm teilnehmen.

Und auch zum Beispiel an Darm- und Magenkrebs erkranken heute weniger Menschen als früher.

Krebs-Patienten haben zudem eine höhere Lebenserwartung als noch 1980, sie werden trotz ihrer Krankheit im Schnitt vier Jahre älter. Und auch immer mehr Menschen überleben ihre Krebserkrankung.

Krebs in Deutschland

Regionale Unterschiede in Deutschland
Das Risiko für Frauen, an Brust- oder Lungenkrebs zu erkranken, ist im Westen Deutschlands deutlich höher als im Osten. Dafür leiden Menschen in den neuen Bundesländern u.a. häufiger an Magen- oder Gebärmutterkrebs.

Und noch eine regionale Besonderheit: Baden-Württemberg ist laut Bericht für Männer wie Frauen das Bundesland mit der niedrigsten Krebssterblichkeit.

Vorsorge zahlt sich aus
Mindestens 30 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit gelten laut Weltgesundheitsorganisation als vermeidbar. Heißt: Eine gesunde Lebensweise kann sich durchaus auszahlen. Also nicht rauchen, sich bewegen und ausgewogen ernähren und nicht übermäßig Alkohol trinken. Hinzu kommen Vorsorge-Untersuchungen oder auch der gesetzliche Schutz vor krebsauslösenden Stoffen am Arbeitsplatz und in der Umwelt.

Woher kommen die Daten?
Grundlage für den Bericht sind die bevölkerungsbezogenen Krebsregister der Bundesländer. Mit denen werden seit 2009 flächendeckend Daten erhoben.

Korrespondentin

Rebecca Lüer

Rebecca Lüer
Hörfunkkorrespondentin

Der Bericht aus Berlin

ARD-Hauptstadtstudio

Zuletzt aktualisiert: 22.09.2019, 04:02:36