Starke Schüler besser fördern

Gepostet am 28.11.2016 um 13:00 Uhr

Nach dem PISA-Schock hat sich die Bildungspolitik vor allem um die leistungsschwächeren Schüler gekümmert. Durchaus mit Erfolg. Nun wollen Bund und Länder auch die Spitzenschüler stärker fördern: mit einem Millionenprogramm. Eine Frage der “Chancengerechtigkeit”, sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Deutschland habe in den vergangenen Jahren sehr viele Programme aufgelegt für leistungsschwächere Schüler. Nun mache man etwas für die Leistungsstarken, sagt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Diverse internationale Bildungsstudien hätten gezeigt, dass Deutschland bei diesen Schülern noch viel Steigerungspotential habe.

„Wenn man es international vergleicht, dann sind in Dänemark, Polen und Portugal doppelt so viele Schüler in der Spitzengruppe wie in Deutschland. In Großbritannien und Irland sogar das Dreifache. Hier müssen wir etwas tun“, so Wanka.

Als innovatives High-Tech-Land könne es sich Deutschland nicht leisten, kluge Köpfe unentdeckt zu lassen.

Die gemeinsame Initiative des Bundes und der Länder ist auf zehn Jahre ausgerichtet und soll zum kommenden Schuljahr 2017/18 starten. Kostenpunkt: insgesamt 125 Millionen Euro. In der ersten Phase sollen die Bundesländer insgesamt 300 Schulen auswählen. Die Hälfte sollen Grundschulen sein, die andere Hälfte weiterführende Schulen – und zwar jedes Schultyps. Fünf Jahre lang sollen diese 300 Schulen Methoden testen, wie leistungsstarke Schüler im Regelunterricht besser gefördert werden können. Die Konzentration liegt auf den Hauptfächern: Mathematik, Deutsch, Naturwissenschaften und Fremdsprachen, insbesondere Englisch.

Das was funktioniere, soll in der 2. Phase der Förderinitiative – ab dem Schuljahr 2022/23 – flächendeckend auf die anderen Schulen im Land übertragen werden, betont die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Claudia Bogedan.

„Uns geht es darum Modelle zu entwickeln, die nicht nur Leuchtturm-Charakter haben“, so die Bremer Bildungssenatorin von der SPD.

Die Bundesländer betreuen die Schulen, bieten Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer und unterstützen die Erarbeitung der Förderkonzepte mit Personal. Die Bundesregierung steuert die wissenschaftliche Unterstützung für die Schulen bei.

Bei der Förderung der leistungsstarken Schüler gehe es auch um das Thema “Chancengerechtigkeit”, unterstreicht Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

„Jeder hat das Recht bestmöglich gefördert zu werden, völlig unabhängig von der Herkunft, vom Geschlecht, dem sozialen Status des Elternhauses“, so die CDU-Ministerin.

So sieht es auch Claudia Bogedan, die Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Jedes Kind habe Stärken. Die Lehrer müssten aber in die Lage versetzt werden, diese Stärken auch zu erkennen und zu fördern.

Zuletzt aktualisiert: 16.12.2017, 04:25:16