Mit Handy und Tablet am Steuer: Härtere Strafen und neue Regeln

Gepostet am 18.11.2016 um 14:45 Uhr

Wer mit einem Tablet am Steuer erwischt wird, für den könnte es bald teuer werden. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will das Handyverbot am Steuer unter anderem auch auf Tablets ausweiten und die Bußgelder erhöhen.

E-Mails auf dem Laptop bearbeiten oder mit dem Tablet im Internet surfen: Das ist bisher ohne Folgen für die Autofahrer geblieben, denn „in der Straßenverkehrsordnung ist nur das Telefon geregelt, also das klassische Mobiltelefon oder das Autotelefon. Aber neuere Geräte, die wir heute alle mit dabei haben, zum Beispiel das Tablet oder ähnliches, die sind von der Gesetzeslage bislang noch nicht umfasst“, sagt Johannes Boos vom ADAC.

Deshalb gibt es bereits seit längerem in der Politik Überlegungen die Straßenverkehrsordnung anzupassen. Hintergrund ist die Erfahrung, „dass die Benutzung von sogenannten handgehaltenen Geräten zunimmt und eine Gefahr darstellen für die Fahrer, die sich gefährden aber eben auch andere“, sagt Vera Moosmayer, Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums.

Höhere Bußgelder geplant

Und nicht nur die neuen elektronischen Geräte werden in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen. Es soll auch teurer werden: Künftig kostet das SMS tippen oder Surfen auf dem Tablet 100 Euro und bringt einen Punkt in Flensburg. In schweren Fällen drohen sogar bis zu 200 Euro Bußgeld und ein Fahrverbot. Auch Videobrillen dürfen nicht benutzt werden. Und auch für Radfahrer wird es teuer: Sie zahlen für das Telefonieren am Lenker künftig 55 Euro – bisher sind es 25.

Johannes Boos vom ADAC begrüßt die geplante Gesetzesänderung: „Sie bringt einfach Klarheit in die Diskussion welche Art von Geräten ich im Auto nutzen darf und welche eben nicht.“ Jeder zehnte Unfall – so eine Statistik des ADAC – passiere durch Ablenkung am Steuer. Wer bei Tempo 100 zum Beispiel nur eine Sekunde nicht auf die Straße blickt, lege einen Blindflug von 27 Metern zurück, sagt Johannes Boos:

„Die Krux ist, dass viele Autofahrer die Gefahr durch die Ablenkung einfach unterschätzen. Viele suchen auch eine zusätzliche Beschäftigung, zum Beispiel wenn sie auf langen Strecken unterwegs sind. Deshalb plädieren wir dafür, dass dieses Thema Ablenkung in der Fahrausbildung stärker als bislang integriert wird und da schon thematisiert wird.“

Ausdrücklich erlaubt bleiben aber Sprachsteuerung, Vorlesefunktion oder sogenannte Head-Up-Displays, bei den Informationen im Sichtfeld des Autofahrers eingeblendet werden.

Aktuell befindet sich der Gesetzentwurf noch in der Ressortabstimmung zwischen den Ministerien und muss auch noch durch den Bundesrat. Ein Datum, wann die neuen Regeln in Kraft treten könnten, wollte das Verkehrsministerium heute nicht nennen.

Zuletzt aktualisiert: 13.12.2017, 12:19:49