Statistisches Jahrbuch: Wir leben (etwas) gesünder!

Gepostet am 27.10.2016 um 15:20 Uhr

Ein Beitrag von Katrin Aue

Vor zehn Jahren war die Welt für Brauereien noch in Ordnung, auf den deutschen Bierdurst war Verlass. Letztes Jahr allerdings haben die Deutschen im Durchschnitt nur noch 98 Liter Bier getrunken – 13 Liter, fast anderthalb Kästen weniger als noch 2005. Auch der Zucker- und Fettkonsum ist zurückgegangen. Gemüse kommt dagegen öfter auf den Teller.

Alles in allem gibt es also eine positive Entwicklung. Wir schränken uns bei als schädlich geltenden Produkten tendenziell eher ein.

… sagt Dieter Sarreither, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Auch Rauchen wird unbeliebter. Ein gutes Fünftel der Bevölkerung bezeichnet sich nach den jüngsten Zahlen als regelmäßiger Raucher. Vor zehn Jahren war es noch ein Viertel. Für Frauen ab 50 gilt dieser Trend allerdings nicht. Das schlägt sich auch in der Zahl der Krebserkrankungen nieder.

Im Jahr 2014 starben rund 15.500 Frauen an Lungen- und Bronchialkrebs. 41 Prozent mehr als 2004.

Überhaupt: die etwas gesundheitsbewusstere Lebensweise führt nicht dazu, dass die Deutschen im Durchschnitt gesünder werden. Denn gleichzeitig schlägt der demographische Wandel zu. Jungen, die heute geboren werden, haben eine Lebenserwartung von 78 Jahren, Mädchen von 83 Jahren – und je älter die Bevölkerung, desto kränker ist sie. Und desto teurer ihre Behandlung.

Wir haben im Jahr 2000 213 Milliarden Euro ausgegeben für die Gesundheit insgesamt, während wir jetzt im Jahr 2014 327 Milliarden Euro dafür ausgeben. Das heißt, sie erkennen da schon eine gewaltige Steigerung in den Ausgaben für die Kosten im Gesundheitssektor.

Neben den Gesundheitskosten, die die Kassen tragen, fällt auch privat einiges an. Durchschnittlich 92 Euro monatlich haben Haushalte im vergangenen Jahr für Gesundheit im weiteren Sinne ausgegeben – zum Beispiel für Sitzbälle gegen Rückenschmerzen, oder Einlagen für Schuhe. Und doch: Wenn Deutsche nach ihrer eigenen Einschätzung gefragt werden, wie gut es ihnen gesundheitlich geht, kommt Ermutigendes, wie Sabine Sattelberger vom Statistischen Bundesamt berichtet.

Derzeit haben wir einen Anteil von 65 Prozent der Deutschen, die sagen, sie fühlen sich sehr gut oder gut. Das waren vor zehn Jahren etwas weniger, 60 Prozent. Wir haben jetzt einen Anteil von acht Prozent der Befragten, die sagen, sie fühlen sich schlecht oder sehr schlecht. Das waren vor zehn Jahren noch neun Prozent.

Mit steigendem Durchschnittsalter dürften allerdings auch diese Werte wieder negativer werden. Denn: je älter, desto öfter krank, desto unzufriedener mit der eigenen Gesundheit – diese Gleichung gilt nach wie vor.

Zuletzt aktualisiert: 18.10.2018, 22:00:55