An den R2G-Lockerungsübungen könnte die SPD gesunden

Gepostet am 19.10.2016 um 15:55 Uhr

Gespräche der SPD mit den Grünen und den Linken über ein mögliches rot-rot-grünes Bündnis im Bund sind völlig in Ordnung, kommentiert Cecilia Reible. Die Sozialdemokraten haben nicht viel zu verlieren.

Rot-Rot-Grün – das war lange in weiten Teilen der bürgerlichen Mitte ein Schreckgespenst. Eine Regierung unter Beteiligung der Linkspartei galt vor allem im Westen als undenkbar. Aber auch im Osten sitzt bei manchen die Abneigung tief.

Ist es trotzdem okay, wenn sich die SPD nun mit Linken und Grünen über mögliche Koalitionsoptionen nach der Bundestagswahl 2017 austauscht?

Ich finde: Ja, es ist okay. Und dafür muss man nicht einmal ein Fan von Rot-Rot-Grün sein. Aber aus Sicht des Wählers ist es doch nur zu begrüßen, wenn verschiedene Optionen auf dem Tisch liegen und sich die Parteien klar positionieren.

Für die SPD könnte sich die R2G-Karte sogar als Befreiungsschlag erweisen. Denn seien wir mal ehrlich: Als Juniorpartner in der großen Koalition machen die Sozialdemokraten irgendwie keinen Stich.

Das Video erscheint in Kürze.

Sie haben zwar viele ihrer Wahlversprechen gehalten: Mindestlohn, Mietpreisbremse, Frauenquote… Aber trotzdem kommt die Partei nicht aus dem Umfragetief heraus.

Deshalb sollte die SPD im Wahlkampf auf Rot-Rot-Grün setzen. Dann können zwei Dinge passieren: Entweder finden viele Wähler ein Linksbündnis unter Führung der Sozialdemokraten gut und wählen entsprechend. Die SPD ginge gestärkt aus den Wahlen hervor und würde für ihren Mut belohnt.

Die SPD hat nicht viel zu verlieren

Oder aber die Wähler wollen mehrheitlich auf gar keinen Fall Rot-Rot-Grün. Dann würde die SPD vermutlich abgestraft. Das wäre natürlich nicht so komfortabel, aber mal ehrlich: auf ein paar Prozent weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an.

Die Partei wüsste dann aber wenigstens woran sie ist, könnte sich in die Opposition zurückziehen und sich dort regenerieren.

Also, liebe SPD: Fass dir ein Herz und bekenn dich 2017 zu Rot-Rot-Grün. Klar, es ist ein Experiment mit unklarem Ausgang. Aber du hast ja nicht viel zu verlieren.

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Zuletzt aktualisiert: 16.10.2018, 09:42:16