Die CSU nervt – ständig eine Extrawurst

Gepostet am 22.09.2016 um 16:20 Uhr

Heute trifft die Kanzlerin CSU-Chef Seehofer. Eigentlich ein Routinetermin, vor dem Bundesrat am Freitag. Aber mit der CSU ist nichts mehr Routine, ständig Extrawürste und alle lassen sich von der Hysterie, die die Partei verbreitet kirre machen.

Die Kanzlerin und ich haben heute, glaube ich, einen gemeinsamen Wunsch: Einmal eine Woche ohne CSU. Dann könnten in Berlin alle endlich mal was wegarbeiten, ohne Störfeuer oder Bremsklötze aus Bayern.

Die halbe Nacht haben sich die Ministerpräsidenten heute wieder um die Ohren geschlagen, um einen Kompromiss in der Erbschaftssteuer zu finden. Warum? Weil die CSU partout ein paar Millionärs-Erben schützen wollte. Was hat das mit 99 Prozent der Bevölkerung zu tun? So gut wie nichts. Es bringt nicht mal besonders viel mehr an Steuereinnahmen für uns alle. Trotzdem hat die CSU es geschafft, diesen so gesehen unwichtigen Streit zum Topthema zu machen. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, wie viel Arbeitskraft und Zeit das in den letzten Wochen gekostet hat.

Auch in der Flüchtlingsfrage lähmt die CSU das Land mit ihren ständigen Querschüssen. Heute ging die CSU Klausur auf Kloster Banz zu ende. In Interviews warnte Fraktionschef Kreuzer anschließend wieder davor, weitere Millionen Flüchtlinge ins Land zu lassen. Wir könnten nicht jeden Schutzsuchenden der Welt bei uns aufnehmen. Wer bitte fordert das denn? Es passiert doch seit Monaten das genaue Gegenteil Wir haben eine ganze Flut von neuen Asylregelungen bekommen, die genau das verhindern sollen. Die Grenzen sind de facto dicht. Die Erstaufnahmelager leer. Wo bitte ist hier Grund zur Panik? Es will doch gar niemand Millionen Flüchtlinge nach Deutschland holen. Diese Hysterie, die die CSU da schürt, macht alle kirre. Sogar Angela Merkel fängt jetzt plötzlich an über ihre Gefühle zu sprechen. Spätestens dann sollte hier in Berlin aber echt Alarm sein.

Am coolsten ist zurzeit der Bundespräsident. Der sagte heute: Die Angstmacher werden sich an der deutsche Demokratie die Zähne ausbeißen. Punkt. Auch der Vorschlag von Hessens Ministerpräsident Bouffier ist interessant. Der empfiehlt in Bayern einen CDU Landesverband als Konkurrenz zur CSU aufzumachen. Dann könnte die ihre absolute Mehrheit in der Pfeife rauchen. Vielleicht kommt man der Sache tatsächlich nur so bei: Den Angstmachern selbst Angst machen. Denn nichts ist bei der CSU so groß, wie die Angst davor, die Macht daheim zu verlieren.

Deswegen müssen sie aber nicht ein ganzes Land vom vernünftigen Arbeiten abhalten.

Korrespondentin

Evelyn Seibert

Evelyn Seibert
Hörfunkkorrespondentin

Der Bericht aus Berlin

ARD-Hauptstadtstudio

Zuletzt aktualisiert: 21.09.2019, 00:36:00