Ali, die CSU und die Obergrenze – Eine Randbeobachtung

Gepostet am 05.11.2016 um 18:42 Uhr

Während auf der Bühne von Obergrenzen für Flüchtlinge gesprochen wird, steht daneben der Sicherheitsmitarbeiter Ali. Seine Familie lebt im umkämpften Nordirak. Marie Mallinckrodt hat mit ihm gesprochen.

Ali gehört zum Sicherheitspersonal beim CSU-Parteitag und wacht vor einem Seiteneingang ganz vorne, nah an der Rednerbühne. Ali, der nicht will, dass man seinen Nachnamen nennt, spricht gut Deutsch und versteht alles, was auf der Bühne gesagt wird.

Er lebt bereits seit Jahren in Deutschland und heute ist er hier für die Sicherheit zuständig, auf dem Parteitag der Ordnung. Seine Familie, sagt er – Eltern und sieben Schwestern – lebten noch im Nordirak, sie seien Kurden.

Jeden Tag neue Horror-Meldungen

Er hat Angst um sie, jeden Tag kommen neue Horror-Meldungen aus dem umkämpften Kurdistan. Bei einem Anschlag im Nordirak auf einen Flüchtlingskonvoi sind nach offiziellen Angaben 18 Menschen getötet worden, wird heute in den Agenturen gemeldet.

Die Opfer Familien, darunter auch Kinder, die auf der Flucht vor der Terrormiliz IS gewesen sein sollen. Seine Familie erzähle, dass bereits viele Peschmerga aus ihrem Dorf, die gegen den IS kämpfen, gestorben seien.

Einigermaßen sicher

Ali würde sich wünschen, dass seine Familie auch nach Deutschland kommen kann. Doch er weiß nicht wie. Die Familie lebe in einem Dorf unweit von Kirkuk, dort seien sie noch einigermaßen sicher. Einigermaßen.

Zur politischen Debatte auf dem Parteitag möchte er sich nicht äußern. Doch das Aufeinandertreffen seiner Welt mit der Welt der Obergrenze für Flüchtlinge braucht eigentlich auch keine weitere Erklärung.

Zuletzt aktualisiert: 17.09.2019, 12:32:01