AKK und die Kritik: Souverän ist anders

Gepostet am 07.03.2019 um 14:37 Uhr

Statt dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer Kritik an ihrem Stockacher Faschingsscherz ernst nimmt, verteidigt sie sich – und macht dadurch alles noch viel schlimmer. Ein Kommentar von Uwe Lueb.

Es wäre so leicht gewesen: Ein kleines „ich wollte mich nicht über Intersexuelle lustig machen – wenn das so ankam, tut es mir Leid“ hätte genügt. Aber nein, sie zeiht ihre Kritiker, die hätten etwas aus dem Zusammenhang gerissen und spricht von einem Missverständnis. Das ist das immer wieder vorgebrachte Erklärungsmuster von allen angeblich Missverstandenen.

Problem liegt bim Sender oder Empfänger?

Dabei ist eine grundlegende Kommunikationsregel: Meistens sind nicht die Empfänger einer Botschaft für Missverständnisse verantwortlich, sondern die Sender. Im Klartext: man muss die Dinge so sagen, wie man sie meint.

Zudem hat AKK offenbar die Faschingsidee nicht ganz verstanden: Das Volk verspottet die Obrigkeit – nicht andersrum. Und wenn sie es drei Mal nicht so gemeint hat – so kam es bei einigen an. Und deshalb hätte ihr spätestens nach diesem Hinweis eine Entschuldigung in den Sinn kommen müssen.

Wer ist hier eigentlich verkrampft?

Doch nichts von alledem gestern Abend in ihrer Aschermittwochsrede. Im Gegenteil, AKK legt nach: Sie habe das Gefühl, wir Deutschen seien das – Zitat: „verkrampfteste Volk, das überhaupt hier irgendwo auf der Welt rumläuft“.

Und das sagt die Frau, die die so genannte Homo-Ehe ablehnt, weil dann auch Inzest und Vielehe nicht mehr auszuschließen seien? Und die bei gleichgeschlechtlichen Eltern um das Kindeswohl bangt? Vielleicht liegt hier der Grund, warum sie die Kritik an ihrem Toilettenwitz nicht versteht. Ich frage mich, wer hier eigentlich verkrampft ist.

Zuletzt aktualisiert: 13.11.2019, 08:17:08