Neuer Vorstand will Regierungsfähigkeit

Gepostet am 01.12.2019 um 01:23 Uhr

AfD-Bundessprecher Meuthen ist in seinem Amt bestätigt worden. Er betonte, die Partei solle regierungsfähig werden. Sein neuer Co-Chef Chrupalla erklärte, neue Wählerschichten erschließen zu wollen. Von Cecilia Reible.

AfD-Bundessprecher Meuthen ist in seinem Amt bestätigt worden. Er betonte, die Partei solle regierungsfähig werden. Sein neuer Co-Chef Chrupalla erklärte, neue Wählerschichten erschließen zu wollen.

Von Cecilia Reible, ARD-Hauptstadtstudio

Minutenlanger stehender Applaus für einen strahlenden Jörg Meuthen. Der alte und neue Bundessprecher der AfD reagierte sichtlich erleichtert, als das Ergebnis der elektronischen Abstimmung verkündet wurde. Meuthen hatte zuvor an die Delegierten appelliert, sich nicht länger mit einem Richtungsstreit aufzuhalten. 2021 würde die Partei gebraucht, um Verantwortung zu übernehmen. Sie müsse in den nächsten zwei Jahren regierungswillig und -fähig werden.

In seiner Bewerbungsrede kündigte Meuthen an, die Professionalisierung der AfD weiter vorantreiben zu wollen. Und er machte deutlich, dass er die Partei gegen Rechtsextremismus klar abgrenzen wolle. „Gewiss ist, dass ich mein Gesicht nicht für eine Partei hergeben werde, die schleichend in die Tolerierung extremistischer Positionen abrutscht.“

Jörg Meuthen (l) und Tino Chrupalla.

Chrupalla und Meuthen

Die AfD hat ein neues Führungsduo

Auf Parteichef Gauland folgt dessen Wunschkandidat Tino Chrupalla als Co-Vorsitzender. | mehr

Ablehnung für Gedeon

Meuthen hatte sich im ersten Wahlgang gegen die Bundestagsabgeordnete Nicole Hoechst und den baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon durchgesetzt. Gedeon, der wegen antisemitischer Äußerungen innerparteilich unter Druck steht, erntete während seiner Bewerbungsrede Pfiffe und Buh-Rufe.

„Der Bundesvorstand führt uns in die verkehrte Richtung“, so Gedeon in seiner Rede. Es sei die Richtung einer „domestizierten, um nicht zu sagen, kastrierten Opposition“. Während Gedeons Auftritt drehten sich viele Delegierte demonstrativ weg, viele hielten rote Nein-Karten hoch.

„Die bürgerliche Mitte erreichen“

Zum zweiten Bundessprecher wählte der Parteitag den Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla. Der 44-jährige Malermeister aus Sachsen wird keiner Strömung in der AfD zugerechnet. Er unterhält sowohl zum Flügel als auch zum gemäßigten Teil der AfD Beziehungen.

Chrupalla hatte die Delegierten aufgefordert, die historische Chance zu ergreifen, eine Doppelspitze mit Vertretern aus West und Ost, für Akademiker und Nicht-Akademiker zu wählen. „Die bürgerliche Mitte erreichen wir mit Vernunft. Nur mit überzeugenden Inhalten werden wir neue Wählerschichten erschließen. Dazu braucht es keine drastische Sprache.“

Alexander Gauland

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Begleitet von Demonstrationen hat in Braunschweig der Parteitag der AfD begonnen. | mehr

Erfolg für Gauland

Chrupalla musste zunächst zittern. Erst in der Stichwahl setzte er sich gegen seinen Bundestagskollegen Gottfried Curio durch. Ein Erfolg für den bisherigen AfD-Chef Alexander Gauland. Chrupalla war sein Wunschnachfolger. Auch Gauland hatte seine Partei am Vormittag dazu aufgerufen, Regierungsfähigkeit zu entwickeln.

Er warnte davor, eine historische Gelegenheit zu verpassen: „Die Chance, die wir mit der AfD haben, kommt nicht zurück, wenn sie vertan ist.“ Gauland bleibt zwar Fraktionschef im Bundestag. Der langjährige Strippenzieher kann sich aber nun wie geplant aus dem Bundesvorstand zurückziehen.

AfD wählt neues Führungsduo
Cecilia Reible, ARD Berlin zzt. Braunschweig
18:57:00 Uhr, 30.11.2019

Zuletzt aktualisiert: 06.12.2019, 18:34:53