SPD-Chefin Andrea Nahles // Bild: imago/Stefan Zeitz

Kopf hoch und anpacken, liebe SPD!

Gepostet am 27.05.2019 um 12:35 Uhr

Die nächsten Wahlen, die nächsten Pleiten. Und die SPD sucht weiter nach einem Weg, sich zu stabilisieren. Alfred Schmit schlägt fünf Leitsätze vor, mit denen die Sozialdemokraten gewappnet sind.

Was tun nach Wahl-Niederlagen? Erstens Kopf hoch, zweitens Ärmel hochkrempeln, drittens keine Intrigen, viertens Inhalte klären und fünftens Geschlossenheit herstellen. Wenn die SPD diese Top 5 befolgt, muss sie eigentlich keine Angst haben vor der Zukunft.

Der wichtigste Punkt ist im Moment der dritte: Jetzt bloß keine Intrigen. Die Partei ist im Schock-Zustand, da wäre es falsch, so weiterzumachen wie kurz vor der Wahl. Ich meine die Gerüchte um Personal-Wechsel. Andrea Nahles, die Partei- und Fraktionschefin, sollte gestürzt werden, hieß es plötzlich. Daran stimmt eigentlich nur so viel: Etliche Frustrierte würden sie gern loswerden. Aber denen kann man nur zurufen, hört auf mit Querschüssen, das hilft nicht weiter.

Andrea Nahles unterstützen

Hier kommt Punkt 5 ins Spiel: Geschlossenheit herstellen. Nur dann hat die SPD die Chance, bei den ostdeutschen Landtagswahlen im September nicht völlig unterzugehen. Nämlich wenn sie geschlossen auftritt und nicht zerstritten. Die Bundestagsfraktion in Berlin sollte Andrea Nahles als Chefin nicht stürzen, sondern unterstützten.

Es sind nur noch 2 Sitzungswochen bis zur Sommerpause. Jetzt also keine Hektik. Wenn schon neues Personal, könnte man ja mal nachdenken über jüngere Leute und solche mit Migrationshintergrund. Die stehen praktisch bei keiner Partei in der ersten Reihe – warum eigentlich nicht. Da könnte die SPD punkten.

Glaubwürdig aufstellen

In den Top 5 Handlungsanweisungen für die SPD kommen wir nun zum notwendigen Punkt 4: Inhalte klären. Das überragende Thema des Wahl-Sonntags war Klimaschutz. Da sollte die SPD sich glaubwürdig besser aufstellen. Das kann sie doch, sie stellt die Umweltministerin in Berlin und kann von der Pole Position in die nächste Runde starten. Die Grünen sind im Moment auch deshalb so stark, weil die SPD so schwach ist. Das muss die Partei sich klarmachen, sonst sind diese Wählerstimmen auf Dauer verloren und da sind viele junge und weibliche Stimmen dabei.

Am Schluss dieser Handlungsanweisung komme ich zurück auf die ersten beiden Punkte: Kopf hoch und Ärmel hochkrempeln. Das ist schon heute, am Tag nach der Wahl zu schaffen. Für den Rest, liebe SPD, nehmt Euch etwas mehr Zeit. Und eins noch: Bitte nicht aus der großen Koalition aussteigen. Das würde wirklich Chaos bringen, davon hätte niemand etwas.

Zuletzt aktualisiert: 24.06.2019, 10:57:20