Zapfenstreich: Warum “Zapfen” und welcher “Streich”?

Gepostet am 17.03.2017 um 09:01 Uhr

Der Zapfenstreich hat eine lange Tradition in Deutschland. Hintergründe zur Verabschiedung von Joachim Gauck von Sabine Rau, der Moderatorin der ARD-Sondersendung zum Zapfenstreich für den scheidenden Bundespräsidenten.


Was ist eigentlich ein Zapfenstreich?
Der Zapfenstreich ist das wichtigste militärische Zeremoniell in unserer Republik. Der wird gemacht zur Verabschiedung wichtiger Amtsträger aus Politik und Militär – also beispielsweise nicht nur für den Bundespräsidenten, sondern auch für Kanzler, Kanzlerin, Verteidigungsminister und Generäle. Und er stammt aus Preußen ursprünglich, ist aber später auch übernommen worden von der Reichswehr und der Wehrmacht – also auch im Dritten Reich – dann auch von der Bundesrepublik – und interessanterweise auch von der DDR!

Wofür steht dieses Wort? Warum „Zapfen“ und warum „Streich“?
Ja, gute Frage! Weil es ein ganz altes Ritual ist aus der Zeit der Landsknechte. Also, es kam jemand, der schlug mit einem Stock auf den Zapfen von Fässern, um klarzumachen: Ab jetzt gibt’s nichts mehr zu trinken. Alle Mann ins Bett!

Der Verabschiedete darf sich Lieder aussuchen. Welche Lieder hat sich der scheidende Bundespräsident Gauck ausgesucht und mit welcher Begründung?
Er hat sich drei sehr unterschiedliche Lieder ausgesucht. Ein altes Volkslied mit dem beziehungsreichen Titel „Freiheit, die ich meine“ – ein Lied, das bis in heutige Zeit immer wieder auch adoptiert worden ist zu verschiedenen Zwecken und wo das Bundespräsidialamt sagt: Es zeigt eben seinen Bezug zum Thema Freiheit. Das zweite Stück ist ein Schlager: „Über sieben Brücken musst Du gehen“ von der DDR-Rockband Karat. Wie es heißt, soll ihn das irgendwie sehr berühren. Wir werden es sehen, wie er darauf reagiert! Und das dritte ist „Ein feste Burg ist unser Gott“ – also der protestantische Choral schlechthin.

Zuletzt aktualisiert: 25.07.2017, 22:44:43