Wahl-O-Mat & Co. – Entscheidungshilfe oder Informationsquelle?

Gepostet am 12.09.2017 um 18:15 Uhr

Nicht mehr lange bis zur Bundestagswahl. Für unentschlossene Wähler hält das Netz einige Entscheidungshilfen parat. Eine Auswahl.

Eineinhalb Wochen vor der Bundestagswahl ist viel von den “unentschlossenen Wählern” die Rede. Statistiken gehen von knapp der Hälfte der Wahlberechtigten aus. Diverse TV- und Online-Formate, in denen Spitzenkandidaten der sechs großen Parteien Fragen beantworteten und Stellung bezogen, haben daran bisher nicht viel geändert.

Mit seinen Fragen und auf der Suche nach Antworten mag sich der ein oder andere Wahlberechtigte beim Wahl-O-Maten wiederfinden. 2002 erstmals von der Bundeszentrale für politische Bildung lanciert, gilt er als der “Klassiker” unter den Wahl-Entscheidungshilfen. Das Prinzip ist einfach: Der Orientierungssuchende erklärt in Bezug zu politischen Positionen per Klick seine Zustimmung oder Ablehnung. Dabei werden ihm die zentralen aktuellen Fragen vorgelegt – von Steuer- über Klimapolitik bis hin zu Regelung von Zuwanderung. Am Ende wird die Übereinstimmung nach Parteien angezeigt.

Alternativen zum Wahl-O-Maten

Der Wahl-O-Mat ist populär. Vermutlich nicht zuletzt von ihm inspiriert, finden sich mittlerweile einige Alternativen im Netz. Die Angebote bieten eine niedrigschwellige Aufbereitung der teils sperrigen Wahlprogramme. Egal, ob die Positionen aller zur Wahl zugelassenen Parteien miteinander verglichen werden oder nur die der im Bundestag vertretenen: Allen ist gemein, dass die Ergebnisse keine Wahlempfehlung darstellen.

Oftmals birgt die Auswertung einen Überraschungseffekt: Ein grüner Stammwähler oder ein treuer Merkel-Anhänger mag nicht damit gerechnet haben, dass er seine Ansichten auch mit FDP oder der Linkspartei teilt. Wie viele ihre Wahlentscheidung tatsächlich an der virtuellen Rückmeldung ausrichten, ist dabei nicht der entscheidende Faktor. Das Wissen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Parteien dürfte sich bei jeder oder jedem erhöhen, der sich durch die Angebote klickt und wischt.

Wir haben ein paar Alternativen zum Wahl-O-Maten zusammengestellt:

Wahlswiper

Wem das Rechts-links-Wischen in Mark und Bein übergegangen ist, wird sich möglicherweise beim Wahlswiper zu Hause fühlen, der von der Berliner Agentur movact entwickelt wurde. Auch hier werden unterschiedliche Positionen angeboten, der User entscheide mit einem Wisch, ob er zustimmt oder nicht.

Hier lang zum Wahlswiper 

WAHL-NAVI

Auch das WAHL-NAVI, ein Angebot der RTL-Gruppe, ermöglicht Orientierung im Wahlkampf. Nachdem man – dem Wahl-O-Maten recht verwandt – zahlreichen Positionen mehr oder weniger zugestimmt hat, enthält die Auswertung nicht nur die Übereinstimmungsrate in Prozent, sondern unter anderem auch eine Verortung in der politischen Landschaft von konservativ bis progressiv.

Hier findet sich das WAHL-NAVI

Dein Wal

Bei “deinem Wal”, einem Projekt der Programmierer Martin Scharm und Tom Theile, entscheidet der Nutzer, wie er bei tatsächlich stattgefundenen Bundestagsabstimmungen gestimmt hätte. Die Auswertung zeigt ihm, wie die Parteien gestimmt haben, und ob sie seiner Meinung waren. Das Ergebnis spiegelt also die Praxis wider, weniger die Programme und Wahlversprechen. Nachteil: Entsprechend der Realität im Bundestag ist nur ein Abgleich mit Union, SPD, Linkspartei und Grünen möglich.

Abstimmen bei “Dein Wal”

Wahlprogramm-Quiz

Eine weitere unterhaltsame Art, sich online mit den Positionen der Parteien auseinanderzusetzen, ist das Wahlprogramm-Quiz des WZB (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung). Sätze aus den Wahlprogrammen eindeutig zuzuordnen, gestaltet sich mitunter schwierig – und veranschaulicht, wie nah die Parteien in manchen Punkten beisammen liegen.

Zum Wissens-Test über die Wahlprogramme

 

Hier geht’s zum Klassiker: Wahl-O-Mat

Zuletzt aktualisiert: 26.09.2017, 02:18:29