Umwelt- und Klimaschutz ja – aber doch bitte woanders

Gepostet am 12.04.2017 um 15:58 Uhr

Eine neue Studie zeigt, dass die Deutschen in besonderem Maße für Umweltschutz sind. So lange er nicht vor ihrer Haustür stattfindet. Dabei müssten wir noch viel stärker mit gutem Beispiel vorangehen, kommentiert Moritz Rödle.

Der Umweltschutz, das finden die meisten Deutschen, ist eine super Sache. Wenn man allerdings konkret nachfragt, ob die Menschen auch persönliche Einschränkungen für eine bessere Umwelt in Kauf nehmen würden, sieht die Sache wieder ein bisschen anders aus.

Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass. Die Deutschen wünschen sich mehr Alternativen für das Auto. Nutzen aber immer noch zu selten die bereits bestehenden ÖPNV-Angebote. Sie finden generell, dass es zum Erhalt unserer Lebensgrundlage wichtig sei, unseren Lebensstandard einzuschränken. Aber schon bei der Frage, ob man mit weniger Einkommen und weniger Konsummöglichkeiten klarkäme, schwindet die Zustimmung.

Klimaschutz ja – aber doch bitte woanders

Die Umfrage identifiziert hohe Zustimmungswerte für Klimaschutzmaßnahmen, aber wenn auf dem Dorf eine Windkraftanlage gebaut werden soll, bildet sich sofort eine Bürgerinitiative dagegen. Klimaschutz ja – aber doch bitte woanders.

Sowieso sind wir Deutschen doch die Umweltschutzmusterknaben. Den Zustand der heimischen Umwelt bewerten die Menschen überwiegend positiv. Aber weltweit, da sieht es schlecht aus. Das wichtigste Umweltproblem ist da passenderweise auch die Belastung der Weltmeere mit Plastikmüll.

Die bösen Anderen

Ein Problem, das laut Experten vor allem von Schwellen- und Entwicklungsländern verursacht wird. In den Augen von uns Deutschen sind es häufig die bösen Anderen, die unseren schönen Planeten zerstören.

Dabei müssten wir noch stärker mit gutem Beispiel vorangehen, um die tatsächlich vorhandenen Umweltsünder weltweit überzeugen zu können. Umwelt- und Klimaschutz – und das ist keine neue Erkenntnis – fängt halt bei jedem Einzelnen an.

Zuletzt aktualisiert: 21.08.2017, 06:31:34