Steinmeier unterwegs – als was eigentlich ?

Gepostet am 12.07.2017 um 15:15 Uhr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bereist in diesen Tagen Kasachstan. Unser Korrespondent Robin Lautenbach begleitet ihn und beobachtet einen Ex-Außenminister, für den sich gar nicht so viel geändert hat. Oder doch?

Nursultan Nasarbajew freut sich über ein bekanntes Gesicht. Denn der kasachische Präsident kennt den deutschen Bundespräsidenten recht gut. Vor allem aus Steinmeiers Zeit als Außenminister. Und? Hat sich was geändert? Eigentlich nicht. Ein bisschen mehr Protokoll vielleicht. Ansonsten spricht Steinmeier als jetzt Gleichrangiger über dieselben Themen mit ihm. Steinmeier lobt Kasachstans Rolle als Stabilitätsanker in einer schwierigen Region und kritisiert sanft eine gewisse fehlende Rechtsstaatlichkeit (immerhin regiert Nasarbajew ununterbrochen seit dem Ende der Sowjetunion!).

Klar, Steinmeier hat jetzt keinen Verhandlungsauftrag der Bundesregierung mehr, muss nicht konkrete Ziele erreichen wie eben ein Außenminister oder Kanzler/-in. Aber jeder Bundespräsident erläutert im Ausland die Ziele der Bundesregierung, wirbt für deutsche Positionen und Überzeugungen. In Astana, der in den letzten 15 Jahren in der Steppe neu entstandenen kasachischen Hauptstadt, eröffnet Steinmeier den deutschen Tag auf der Weltausstellung EXPO – das hätte er als Außenminister genau so gemacht und dabei ebenfalls für die deutsche Energiewende geworben. Und doch: Steinmeier, so scheint es, mag sein neues präsidiales Amt und trauert dem alten nicht hinterher. Nein, ein Fortsetzungs-Außenminister will er wohl nicht sein.

Zuletzt aktualisiert: 21.07.2017, 06:36:49