Große Geschlossenheit? Das war unser Liveblog vom Grünen-Parteitag

Gepostet am 17.06.2017 um 09:46 Uhr

Dieser Parteitag drei Monate vor der Bundestagswahl soll vor allem eines demonstrieren: die Geschlossenheit der Grünen. Ob’s klappt? Abwarten. Wegen eines 10-Punkte-Plans rumort es bereits. Wir waren live dabei.

13:10: Wenn Sie noch mehr wollen, schalten Sie ein: Um 18:30 Uhr beim Bericht aus Berlin und um 0:00 Uhr beim Bericht vom Parteitag im Ersten!

12:55: Bevor wir noch von der Polonaise eingefangen werden, die sich gerade bildet, verlassen wir lieber den Parteitag und verabschieden uns hiermit. Wir hoffen, es hat ihnen gefallen, wir sehen uns in einer Woche bei der SPD in Dortmund.

12:54: Die Delegierten klatschen mit wie im Musikantenstadl. Danke für den Ohrwurm, übrigens.

12:52: Jetzt heißt es pünktlich nach Hause kommen und ausschlafen, sagt Göring-Eckard. Und jetzt gibt’s eine Polka-Balkan-Version von Nenas “Irgendwie, irgendwo, irgendwann”. Einen Moment klang es so, als wolle Göring-Eckardt mitsingen. Zum Glück hat sie sich das verkniffen.

12:49: Gutes Essen, Strom aus erneuerbaren Energien, starkes Europa, zählt Göring-Eckardt die Eckpfeiler der Grünen auf. Özdemir: “Wir sind die Partei der Freiheit!” Die Delegierten jubeln und klatschen währenddessen. Eine gewisse Selbstbeweihräucherung liegt in der Luft. Aber gut, für so etwas ist ein Parteitag ja auch da.

12:48: Stehender Applaus. “Großartig, wir haben ein Wahlprogramm”, freut sich Göring-Eckardt. Der Saal jubelt. “Wir haben gezeigt, was wir drauf haben und jetzt gehen wir raus und zeigen’s den anderen!”

12:47: Jetzt gibt’s die Schlussabstimmung über das gesamte Wahlprogramm. Große Mehrheit, sogar fast einstimmig.

12:46: Jetzt geben Özdemir und Göring-Eckardt die Komplimente zurück. Ans Präsidium, die Tagungskommission, an Michael Kellner.

12:45: “Ja, Wahnsinn, ich bin jetzt ein wenig gerührt”, sagt Göring-Eckardt. Auch Özdemir ist “sehr gerührt” und sprachlos. Die beiden kannten das Video vorher noch nicht, sagen sie.

12:44: Jetzt geht’s im Video um das, was die Grünen ausmacht.

12:43: Als Habeck im Video auftaucht, gibt es übrigens vereinzelt Applaus.

12:41: Jetzt läuft ein Video. Bütikofer, Kretschmann, Habeck und andere Grüne erinnern sich an die ersten Begegnungen mit Özdemir und Göring-Eckardt, ganz persönlich und menschlich natürlich. Nett.

12:40: Das Präsidium verspricht jetzt ein “furioses Finale” mit den Spitzenkandidaten.

12:40: Kellner hält jetzt noch einmal eine Rede. Er bittet um Unterstützung für die Demo in Hamburg gegen den G20-Gipfel am 7. Juli.

12:39: Das Schlusskapitel wird jetzt insgesamt angenommen. Mit großer Mehrheit und Applaus. Ein Sieg auf ganzer Linie für die Spitzenkandidaten.

12:38: Der Antrag wird abgelehnt. 3:0 für Göring-Eckardt und Özdemir.

12:35: Geht es nach Karl-Wilhelm Koch, sollen sich die Grünen im 10-Punkte-Plan gegen Kampfdrohnen stellen. Michael Kellner hält die Gegenrede. Drohnen international zu ächten, sei keine realistische Forderung für einen 10-Punkte-Plan. Dann könne man auch ein internationales Verbot von Atomkraft fordern.

12:32: Der Antrag, eine Koalition mit der CSU auszuschließen, wird abgelehnt. 2:0 für Göring-Eckardt und Özdemir.

12:30: Während hier die Debatte läuft, haben wir noch für Sie vorbereitet: Wie gut kennen die Grünen eigentlich ihr Wahlprogramm und das der anderen Parteien? Ramona Drosner hat sich umgehört:

12:27: Bütikofer hält die Gegenrede und stellt klar: Der Ausschluss der CSU bedeutet auch: keine Koalition mit der CDU. Ausschließeritis habe aber noch niemals etwas gebracht.

12:27: Die Rede für den Antrag war ziemlich kurz: “Dobrindt? Seehofer? CSU? CSU? CSU? Danke.”

12:26: Doch die Delegierten lassen nicht locker. Der nächste Antrag fordert den Ausschluss einer Koalition mit der CSU. Das würde natürlich eine Koalition mit der CDU mit ausschließen.

12:25: Der Änderungsantrag wird abgelehnt. Keine Koalition wird ausgeschlossen (sieht man mal von der AfD ab).

12:22: Peters Argumente zusammengefasst: Die Grünen hätten genug klare Forderungen und rote Linien, deshalb brauche es keinen vorauseilenden Ausschluss von Koalitionsoptionen. Wären wir gemein, würden wir jetzt sagen, dass das auch umgekehrt heißt: Hauptsache an die Macht kommen.

12:20: Der erste Änderungsantrag, der debattiert wird, fordert einen Ausschluss einer Koalition mit der Union. Simone Peter hält die Gegenrede: Das Programm sei in seiner jetzigen Version eine Liebeserklärung an die Zukunft und eine Kampfansage an die Gegner grüner Politik. Egal ob aus der Union, der SPD oder der Linken.

12:16: Der Antrag der Spitzenkandidaten wird mit großer Mehrheit unterstützt. Das dürfte Göring-Eckardt und Özdemir sehr erleichtern. Sonst wären sie womöglich schon angeschlagen gewesen, bevor es mit dem Wahlkampf richtig losgeht. Es bedeutet allerdings auch: Jetzt kommen die Änderungsanträge dran. Früher Feierabend adé!

12:14: Das sieht gut aus für den Antrag von Göring-Eckardt und Özdemir.

12:13: Jetzt gibt’s ein Meinungsbild zu den drei Anträgen fürs Schlusskapitel.

12:03: Koch stört sich an der Reihenfolge und der Auswahl der Themen des Spitzenkandidaten-Vorschlags. Das Thema Atomkraft käme gar nicht vor.

12:01: Gegen den 10-Punkte-Plan haben weder Koch noch Kersten etwas. Der habe seinen Zweck erfüllt, da die Grünen für den Wahlkampf ihre Ziele frühzeitig präsentieren mussten. Jetzt gehe es aber um das richtige Schlusskapitel, das sei eine andere Sache.

12:01: Karl-Wilhelm Koch bringt eine dritte Version des Schlusskapitels ein.

12:00: Kersten betont, sein Antrag sei kein Antrag gegen die Spitzenkandidat, sondern einer für den besten Entwurf eines Abschlusskapitels. Er bekommt ziemlich viel Applaus.

11:57: Marc Kersten bringt ein alternatives Schlusskapitel ein. Seine Argumente für den Vorschlag: Er sei kürzer als alle anderen, zeige klare rote Linien auf, und würde er angenommen, könne sich der Parteitag die Änderungsanträge für das Schlusskapitels von Özdemir und Göring-Eckardt sparen. Also würden alle pünktlich nach Hause kommen. Wir sind als Journalisten natürlich unparteiisch, aber das letzte Argument hat uns überzeugt.

11:54: Toni Hofreiter hat gerade das Schlusskapitel von Özdemir und Göring-Eckardt eingebracht. Also ihre “10 Punkte für grünes Regieren”. Für seine kämpferische Rede gab’s viel Applaus.

11:03: Jetzt geht’s um “gute Arbeit und bessere Vereinbarkeit”. Brigitte Pothmer bringt den Programmvorschlag ein und sagt, ganz wie einst Marlon Brando in “Der Pate”: “Wir machen euch ein Angebot, das ihr nicht ablehnen könnt.” Ist das eine Drohung?

10:53: Eigentlich braucht man das ja gar nicht mehr erwähnen, aber die Grünen liegen jetzt schon etwa eine Dreiviertelstunde hinter ihrem Zeitplan.

10:43: Karin Dohr über den Parteitag, die geradezu US-amerikanische Inszenierung der Spitzenkandidaten und die demonstrative Geschlossenheit der Grünen:

10:39: Bei dem Thema herrscht wenig überraschend große Einigkeit. Trotzdem gibt es viele Redner, die ihre Redezeit gerne überziehen. So wird das nichts mit dem pünktlichen Feierabend.

10:13: Schon zu Beginn ihrer Ausbildung vor 35 Jahren habe ihr Ausbilder gesagt, dass Erzieher zwar ein wundervoller und sehr wichtiger Beruf sei, aber völlig unterbezahlt, so Meyer. Viel geändert habe sich seitdem nicht.

10:12: Die Erzieherin und Vorsitzende des Personalrats KITA München, Martina Meyer, hält nun eine Gastrede.

10:04: Es geht weiter mit dem Thema “Gerechtigkeit im Sinn”. Momentan diskutieren die Delegierten über Kinderarmut und wie sie diese bekämpfen können.

09:56: Auch Michael Kellner freut sich über das Engagement seiner Partei: “Ich habe gestern um 1 Uhr noch diesen Biergarten vor der Halle entdeckt. Es war … toll.” Dass die Delegierten trotzdem schon so früh wieder weitermachen wollen, findet er großartig. Tja, wie die Mutter des Autors dieses Liveblogs zu sagen pflegt: Wer feiern kann, kann auch arbeiten.

09:55: “Ok, ihr seid heiß, ihr wollt loslegen, dann legen wir los”, sagt Jan Philipp Albrecht. Uiuiui.

09:49: Für die, die schon da sind, gibt es jetzt ein Video über Toni Hofreiters Reise in die Arktis.

09:46: Guten Morgen, liebe Leser! Während die Grünen mal wieder etwas später beginnen, reichen wir Ihnen hier noch zwei Tagesschaubeiträge nach:

Der Kommentar von Matthias Deiß: “Inszenierte Geschlossenheit”

Tina Hassel ordnet den Parteitag der Grünen ein: “Geschlossenheit aus der Not heraus”

Samstag, 17.06.

19:34: Der Liveblog macht für heute Feierabend. Wenn Sie noch mehr wollen: Um 20:00 gibt es eine Liveeinschätzung zum Parteitag von unserer Chefin Tina Hassel in der Tagesschau. Wir sind morgen wieder für Sie da – ab 9:30 an dieser Stelle.

19:32: Die Fassung des Vorstands, eine modifizierte Übernahme, findet nicht statt. Stattdessen bleibt alles wie in der ursprünglichen Fassung. Kein Staatsvertrag also, aber eine grundlegende Reform des Verfassungsschutzes. Ströbele und Künast haben die Mehrheit für sich gewinnen können.

19:31: Jetzt wird abgestimmt.

19:28: “Was wir wollen, ist eine radikale Veränderung des Verfassungsschutzes. Was wir nicht wollen, ist Zentralisierung!”

19:26: Claudia Roth verteidigt den Antrag des Vorstands gegen Künast und Ströbele: “Wir Grüne wollen, dass endlich Konsequenzen gezogen werden aus dem unsäglichen, tödlichen Staatsversagen!”, ruft sie.

19:25: “Ein Bund-Länder-Staatsvertrag hat keine Option der parlamentarischen Kontrolle”, so Künast.

19:23: Renate Künast spricht sich so wie Ströbele gegen den Vorschlag des Vorstands aus: “Einen Staatsvertrag zu machen, ist nicht ganz zu Ende gedacht.”

19:18: Ströbele begründet seine Forderung nach einem Neustart für das Bundesamt mit dem Fall Amri. Der habe gezeigt, dass es einen personellen Neustart brauche und dass de Maizière zurücktreten müsse. Viel Applaus.

19:16: Der Vorschlag sei gleichlautend mit dem Vorschlag von Innenminister de Maizière, so Ströbele.

19:14: Der Vorschlag des Vorstands gehe aber dahin, dass es Außenstellen eines Bundesamts für Verfassungsschutz gebe und die Landesämter abgeschafft werden. Dagegen sei Ströbele aber. Man könne zwar Landesämter zusammenlegen, aber schaffe man die Landesämter ab, bekomme das Bundesamt umso mehr Macht. Das sei gefährlich.

19:13: Die erste Rede dazu hält Hans-Christian Ströbele. “Ich bin natürlich auch dafür, dass der Verfassungsschutz in seiner jetzigen Form aufgelöst wird. Da ist nur noch wenig drin, was zu gebrauchen ist.” Applaus.

19:11: “Ein dickes Brett” war es für die Antragskommission, sich durch die Änderungsanträge zum Thema Innere Sicherheit zu wühlen. Konstantin von Notz hatte die Aufgabe, das Abstimmungsverfahren vorzustellen. Jetzt geht’s um die Debatte über eine Reform des Verfassungsschutz, insbesondere im Umgang mit V-Leuten.

19:02: Düker bekräftigt, wie wichtig das Thema Innere Sicherheit für den Bundestagswahlkampf sei. Die Kandidaten müssten die Einstellung der Grünen dazu offensiv bewerben.

18:58: Die Grünen sehen sich als einzige Partei, die noch für die Freiheits- und Bürgerrechte einsteht, meint Monika Düker. Die Koalitionsvereinbarung in NRW habe gezeigt, dass auch bei der FDP davon nicht mehr viel gesprochen werde.

18:56: “Wer mehr Innere Sicherheit erreichen will, muss den Zugang zu Waffen und Munition erschweren”, so Mihalic.

18:54: Prävention und Resozialisierung sei das beste Mittel gegen Terrorismus, sagt Mihalic. Es müsse zudem wieder mehr in Polizei und Ausrüstung investiert werden.

18:52: “Das ständige Abschleifen von Bürgerrechten hat sich als gefährlicher Irrweg erwiesen”, sagt Mihalic. Der Fall Anis Amri habe gezeigt, dass es eine Struktur des Versagens gäbe, die nichts damit zu tun habe, dass es zu wenig Überwachung gebe.

18:51: Nächstes Thema: “Wir sorgen für Sicherheit und erhalten die Freiheit”. Irene Mihalic spricht die Einbringung. Das dürfte interessant werden. Die Grünen und die Innere Sicherheit, das ist ein schwieriges Thema.

18:50: Das Kapitel “Wir schaffen endlich Gleichberechtigung und Lohngleichheit” wird einstimmig beschlossen.

18:47: Momentan geht es noch um Gleichberechtigung für Frauen. Terry Reintke widerspricht jenen, die meinen, der Feminismus sei selbst eine unterdrückende Ideologie. Auch heute gebe es noch Versuche, die Gleichberechtigung zu verhindern. “Wir sind die Enkelinnen der Hexen, die ihr nicht verbrennen konntet!”

18:13: Katrin Langensiepen hält eine die Delegierten begeisternde Rede zur Gleichberechtigung für Menschen mit Behinderung.

18:01: “Nicht irgendwo, irgendwann, irgendwie, sondern jetzt hier in Berlin 2017” fange die Zukunft an, sagt Habeck angelehnt an Nena und den Wahlspruch des Parteitags “Zukunft wird aus Mut gemacht”. Reden kann Habeck nun wirklich ziemlich gut.

18:00: “Es geht auch immer darum, wo muss etwas austariert werden und wo lassen wir Menschen mal in Ruhe.” Viel Applaus.

17:59: “Wir stehen auf der Seite der Wissenschaft und Vernunft, wenn der Angriff auf unsere Freiheit von merkwürdigen amerikanischen Präsidenten kommt.” Die Grünen seien nicht die Partei der Antimoderne.

17:58: “Kämpfen wir für die Freiheit im öffentlichen Raum, indem wir die richtigen Antworten, die maßvollen Antworten auf Sicherheitsfragen geben!” Applaus für Habeck.

17:57: “Wenn wir die Bürgerrechte verteidigen wollen, müssen wir uns auch um die Sicherheit kümmern. Wir sollten uns nicht einreden lassen, dass das eine nicht etwas mit dem anderen zu tun hat.”

17:55: Habeck fragt sich, warum den Grünen das Image als Verbotspartei anhaftet, obwohl die Grünen eine Partei der Freiheit sei. “Ich glaube, weil sich die Welt geändert hat und wir nicht immer rechtzeitig darauf geantwortet haben.”

17:55: “Ich habe heute immer das Glück, nach fantastischen Frauen reden zu dürfen”, sagt Habeck zum Anfang.

17:54: Viel Applaus für Carmen Perez. Jetzt kommt Robert Habeck dran. Er hält die Einbringung für die Präambel “Freiheit im Herzen”.

17:47: Es gehe nicht darum, die Olympiade der Kämpfe zu veranstalten. Der eine Kampf von Minderheiten gegen Unterdrückung sei nicht wichtiger als der andere. Es gehe darum, Gleichberechtigung für alle zu erreichen.

17:46: “Am 8. November wurde die Welt Zeuge, wie ein Mann zum Präsidenten gewählt wurde, der keine Vision und kein Mitgefühl hat.”

17:45: Großer Applaus zur Begrüßung für Perez. Ein paar Impressionen vom Women’s March werden gezeigt.

17:41: Das Kapitel “Wir gestalten unser Einwanderungsland” wird angenommen. Jetzt kommt “Freiheit im Herzen” dran. Und damit auch die Gastrede von Carmen Perez, die Co-Vorsitzende des Women’s March on Washington.

17:36: Der Änderungsantrag, “Fachkräfte” durch “Menschen zu ersetzen, wird abgelehnt.

17:34: Gerade festgestellt: Niemand sagt so schön “Ingenieure” wie Volker Beck: “Injänöööre”.

17:29: Jetzt geht es im Einwanderungsgesetz um kleine, aber feine Unterschiede: Nicht Fachkräften, sondern Menschen will ein Änderungsantrag ein Aufenthaltsrecht zur Arbeitssuche ermöglichen, den Svenja Borgschulte vorstellt. Fachkräfte zu bevorzugen beinhalte auch, Frauen zu diskriminieren, die oft nicht die gleichen Bildungsstandards hätten wie Männer.

17:13: Noch ein Kapitel, dann geht es um das nächste Thema “Freiheit im Herzen”.

17:12: Die Streichung des Satzes wird abgelehnt. Das Kapitel wird mit großer Mehrheit angenommen.

17:07: Klemens Griesehop zur Asypolitik: “Wer aus Klassenzimmer abschiebt, hat jedes Gefühl für Menschlichkeit verloren. Das ist eine Schande für dieses Land.” Viel Applaus. Er fordert, die Streichung des Satzes “Nicht jeder, der zu uns kommt, kann bleiben”. Mit der Streichung des Satzes verlören die Grünen die Unterstützung der Bevölkerung ihrer Flüchtlingspolitik, widerspricht Luise Amtsberg.

16:49: Das Kapitel zum fairen Handel wurde in der Vorstandsform angenommen. Jetzt geht’s um die Bekämpfung von Fluchtursachen und um den Schutz für Flüchtlinge.

16:41: Dass die kanadischen Grünen CETA ablehnen, bedeute nicht, dass sie in einem Lager mit Trump seien, das stellt May klar. Er sei fremdenfeindlich und sexistisch, die Grünen wollten hingegen Mauern niederreißen, statt sie zu bauen. Es gehe vielmehr um fairen und gerechten Handel. Dieser sei mit CETA aber nicht möglich.

16:34: Globalisierung helfe nur denen, die über Privatvermögen verfügen. Sie sei Teil der neoliberalen Agenda von Thatcher und Reagan.

16:32: Die Vorsitzende der kanadischen Grünen, Elizabeth May, hält nun eine Gastrede. Auch sie will das Freihandelsabkommen CETA stoppen.

16:28: Man kann es übrigens nicht oft genug sagen: Die Grünen diskutieren gerne. Deshalb sind sie momentan auch über zwei Stunden hinter dem Zeitplan. Und der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass der Parteitag heute bis 22:15 Uhr geht. Es wird also wohl ein sehr langer Abend. Und eine sehr kurze Nacht, denn morgen soll es um 09:30 Uhr weitergehen.

16:25: Zur Zeit geht es um fairen Welthandel. Dazu gehören Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP anscheinend nicht, wenn es nach den Grünen gibt. Während der Redebeiträge wird Das Foto eins Protestpappschilds auf die Leinwand projiziert. Darauf zu lesen: “Selbst dieses Schild ist transparenter als TTIP”.

15:39: Auch ein Jürgen Trittin muss den Satz erdulden: “Kommst du bitte zum Schluss?”

15:35: Trittin fordert mehr Soldaten, aber auch Polizei und Helfer für Krisengebiete. Es reiche nicht, nur Geld zu schicken. Die Deutschen hätten die Pflicht zu helfen.

15:35: “Diese Kriege, wie sollen sie anders beendet werden als mit einer Nachkriegsordnung?”

15:35: “Wir setzen auf die Stärke des Rechts, nicht auf das Recht des Stärkeren.”

15:33: Jürgen Trittin ist nun dran mit der Einbringung für das Kapitel “Wir stehen ein für Frieden und Menschenrechte”.

15:30: Murad appelliert an die Delegierten, den Jesiden und anderen Verfolgten im Irak und Syrien zu helfen und sich für eine sichere Zukunft sowie für eine internationale Strafverfolgung einzusetzen. Die Hoffnung der Verfolgten ruhe auf Ländern wie Deutschland. Stehender Applaus für Murad nach ihrer Rede.

15:21: Sie erzählt davon, dass sie auch dank Winfried Kretschmann nach Deutschland kommen konnte, im Rahmen eines Sonderkontigents von Baden-Württemberg für 1000 Frauen und Kinder. Sie sei stolz, sagen zu können, dass Deutschland nun ihre Heimat sei.

15:17: Die Gastrednerin Nadia Murad, UN-Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel, ist jetzt an der Reihe. Cem Özdemir stellt sie vor: “Wenn ich höre, was Nadia Murad uns berichtet, stockt mir jedes Mal der Atem.” Die Jesidin Murad wurde vom IS verschleppt, gefoltert und vergewaltigt.

15:09: Unsere Studioleiterin Tina Hassel mit einer Einschätzung vom Parteitag:

15:00: Franziska Brantner hält die Gegenrede. “in dem Antrag sind so viele offene Fragen, die wir durchgehen müssten. Aber hier geht’s darum, was wir in den nächsten vier Jahren angehen wollen.” Die europäische Republik ist wohl kein Thema für die nächste Legislaturperiode. Antrag abgelehnt.

14:56: Hermann Stubbe kommt auf die Bühne. Er trägt ein T-Shirt mit der Flagge der EU. “Die Nationalstaaten sind die Dinos Europas.” Er will eine föderale Europa-Republik statt der EU.

14:41: Auch jemand wie Urgestein Bütikofer muss den Satz erdulden: “Kommst du bitte zum Schluss?”

14:36: Reinhard Bütikofer ist jetzt dran. Als Vorsitzender der europäischen Grünen hält er natürlich eine flammende Rede für Europa.

14:18: Ob Trump sich dafür interessieren wird?

14:15: Im Saal halten Delegierte Pappschilder hoch mit dem Schriftzug “Climate first!”. Göring-Eckardt: “Das sieht sehr geil aus und ich habe ein Foto gemacht. Und das schicken wir jetzt jemanden, den das interessieren dürfte!” Ja, Sie ahnen es. Donald Trump:

14:14: “Es geht um nicht weniger als um die Zukunft dieses Planeten!” Göring-Eckardt macht das ganz große Fass auf. Stehende Ovationen.

14:13: “Wir wollen einen Wahlkampf, in dem es heißt: Erde first!”

14:12: Jetzt dankt Göring-Eckardt Hans-Christian Ströbele: “Dein Besuch bei Edward Snowden war der beste Stunt in dieser Legislaturperiode.”

14:03: Die Grünen sind “die letzten Mohikaner der Willkommenskultur”.

14:02: “Wir sind die letzte Partei, die noch nicht auf den Populismuszug aufgesprungen sind.” Und wir dachten immer, es gebe nur den Schulzzug.

14:00: Das Grundgesetz gelte für alle, auch für die Nazis und die Reichsbürger.

13:57: Jetzt geht es um Flüchtlinge. “Für uns, Herr Seehofer, sind das Menschen, und ich habe Christentum bisher immer so verstanden, dass Nächstenliebe keine Obergrenze kennt!” Viel Applaus. “Ich hoffe, Herr Seehofer hört das, und ich hoffe, er hört auch den zweiten Satz: Unser Grundgesetz sieht keine Obergrenze vor und mit uns wird es die auch nicht geben!”

13:52: “Unser reiches Land kann sich arme Kinder nicht mehr leisten”, sagt Göring-Eckardt.

13:45: Jetzt dürften die Klimakiller Angst bekommen: “Wer Politik gegen die Umwelt und das Klima macht, legt sich mit uns und einer riesigen Umweltbewegung an – und mit den Bienen! Und mit den Kiebitzen.”

13:43: Das Signal, das Göring-Eckardt an die Delegierten und Zuschauer aussenden will, kann man wohl mit “Es reicht!” zusammenfassen. Unter Merkel sei in zwölf Jahren nichts im Kampf gegen den Klimawandel passiert. Die SPD habe alles, was nach Umweltschutz klang, aus dem Wahlprogramm gestrichen.

13:42: Sogar das Bier ist laut Göring-Eckardt in Gefahr – weil der deutsche Hopfen durch die Erderwärmung krank wird.

13:39: Jetzt spricht Göring-Eckardt über ihre Zeit in der DDR. “Wisst ihr, wie für mich Unfreiheit riecht? Nach Braunkohle. Nach Bitteres aus Bitterfeld.” Erst die Freiheit nach dem Mauerfall habe Umweltschutz im Osten möglich gemacht.

13:37: Auch hinter Göring-Eckardt stehen übrigens Delegierte. Wie gestern schon bei Özdemir. Wie seit Anfang des Jahres bei Martin Schulz. Wie bei House of Cards.

13:34: Laut Redemanuskript wollte Göring-Eckardt sagen: “Eine Bewegung für den Klimaschutz.” Gesagt hat sie allerdings: “Eine Bewegung gegen den Klimaschutz.” Tja, es gilt das gesprochene Wort!

13:30: Jetzt lässt Göring-Eckardt ein Bild der Erde der Apollo-Mission vom Mond aus zeigen. “1968, zum ersten Mal konnte die Menschheit ihre Heimat in voller Schönheit vom All aus sehen.” Ähm, nein, das ging auch schon vor der ersten Mondmission. Aber gut, wir wissen schon, worauf die Spitzenkandidatin hinaus will.

13:28: Göring-Eckardt beginnt: “Was für ein wunderbarer Anblick. Diese Leute (die mit ihr einmarschierten Neumitglieder) sind das Beste, was diese Partei gerade zu bieten hat.” Das ist aber nicht nett gegenüber den anderen Mitgliedern. Aber Göring-Eckardt schiebt nach: “Und ihr natürlich auch.” Ja, ja.

13:27: Habeck hat die Messlatte hochgelegt. Es ist ja nie gut für eine Band, wenn ihre Vorband besser als sie ist. Mal sehen, wie es jetzt wird.

13:26: “Für die Leidenschaft dieser Frau, ihren Kampf gegen den Klimawandel und für die Demokratie”, ruft Habeck und Göring-Eckardt marschiert zu lauter Musik und mit ziemlich vielen Delegierten in die Halle ein. Man könnte meinen, wir wären in den USA.

13:24: “Es ist so super, dass man sich in dieser Partei die Meinung sagen kann”, sagt Habeck, der für fast jeden seiner Sätze großen Applaus bekommt. Er kündigt Katrin Göring-Eckardt vor, die gleich als Spitzenkandidatin ihre Rede halten wird.

13:19: Den nächsten Tagesordnungpunkt stellt Robert Habeck vor. Er steht nicht am Rednerpult, sondern redet frei. Wirkt fast wie eine Präsentation von Steve Jobs.

12:39: Anna Christmann aus Stuttgart erzählt gerade von ihrem Aufenthalt in Kalifornien. Da wären wir jetzt auch gern.

12:36: So ausgeruht wie Günther spricht, könnte man meinen, die Elektromobilität sei längst Standard und die Grünen müssten nicht mehr dafür kämpfen.

12:34: “Der angeblich freie Bürger steht im Stau”, sagt Günther. Klingt wie der Titel einer philosophischen Abhandlung.

12:32: Jetzt geht’s um die Mobilität. Regine Günther, Umweltsenatorin in Berlin, eröffnet das Thema.

12:30: Bis 2050 wollen die Grünen Wärme, Mobilität und Industrie aus erneuerbaren Energien versorgen. Die Jahreszahl bleibt, ein Antrag, der das 2050 streichen wollte, wird abgelehnt.

12:20: Martin Scheuch aus Berlin erklärt jetzt, warum er und andere Delegierte den Antrag stellen, dass Atomreaktoren der vierten Generation erforscht werden dürfen – ebenso wie Kernfusionsreaktoren. Gegner des Antrags befürchten, dass die Erforschung der Atomreaktoren auch eine Weiterentwicklung der Technologie bedeuten könnte, also letztlich für mehr Atomkraftwerke sorgen könnte. Scheuch sieht aber die Erforschung als notwendig an, auch für den Rückbau der Reaktoren. Der Antrag wird abgelehnt.

12:13: Oliver Krischer erinnert dankenswerterweise noch einmal daran, worum es hier eigentlich geht: “Liebe Freunde, wir wollen hier ein Wahlprogramm beschließen.” Einzelne Änderungsanträge würden zwar konkrete Zahlen beinhalten, aber dadurch würde die Formulierung so konkret, dass das keiner der Wähler mehr verstehen würde. Dabei geht es zum Beispiel um Formulierungen wie “5 GW Windenergie und 5 GW Photovoltaik”. Da hat Krischer recht. Dementsprechend wird die Änderung auch abgelehnt.

11:56: Eine der beliebtesten Phrasen auf diesem Parteitag bislang: “Es kann doch nicht sein, dass …” Bitte ergänzen Sie.

11:55: “Die Große Koalition hat die Energiewende beerdigt”, sagt Paulus. Die Brennelementesteuer sei dilettantisch konzipiert, die Stromkunden seien die Gelackmeierten.

11:54: Das nächste Kapitel ist dran: “Wir steigen um – komplett auf grüne Energie”. Jutta Paulus, die Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz hat das Wort.

11:47: Unsere Korrespondentin Marie Mallinckrodt hat die Grüne Jugend getroffen. Die sieht aber seltsam erwachsen aus …

11:38: Tarek Al-Wazir, stellvertretender Ministerpräsident von Hessen, spricht jetzt: “Die Linken glauben immer noch, dass wir in einer Nationalökonomie leben.” Dabei müsse man global denken, wenn es um den Klimaschutz und eine zukunftsorientierte Wirtschaft gehe.

11:30: Der Antrag des Parteivorstands zum Kohleausstieg gewinnt die Abstimmung. Die 20 dreckigsten Kraftwerke sollen sofort abgeschaltet werden, einzelne dürfen bis 2030 als Notreserve in Betrieb bleiben.

10:54: Jetzt wird abgestimmt, Ergebnis: Die CO2-Bepreisung soll eingeführt, die Stromsteuer soll abgeschafft werden.

10:48: Jetzt geht es erstmal ran an das Wahlprogramm. Stromsteuer abschaffen, CO2-Bepreisung einführen? Und wohin mit dem Geld? Zu verschiedenen Änderungsanträgen gibt es Debatten, dann wird abgestimmt.

10:36: Thomas Griese vergleicht den Kohlendioxidausstoß der Bundesrepublik mit dem von China. “Was für eine blamable Bilanz der Bundesregierung”, denn in Deutschland sei der Ausstoß wieder angestiegen, in China gesunken.

10:32: Jetzt gibt es geloste Redebeiträge.

10:30: Hofreiter bekommt stehenden Applaus, er kommt noch einmal zurück zum Rednerpult und deutet eine Verneigung an, dann geht er von der Bühne.

10:28: “Ran an den Speck, ran an die Macht, um diese Dinge endlich zu verändern!” Wenn die Grünen mit so viel Energie Wahlkampf machen wie Hofreiter, dann könnte das was werden.

10:26: “Hundert Prozent der Aktien der Deutschen Bahn gehören dem deutschen Staat. Wenn die Hauptversammlung ist, dann trifft sich der Verkehrsminister mit sich selbst – und der soll nichts machen können? Der soll nichts machen können? Lasst euch nichts einreden!”

10:23: Im Publikum bellt ein Hund. Anscheinend hält er Hofreiter für einen vierbeinigen Konkurrenten – kein Wunder bei Hofreiters Lautstärke.

10:22: Welches Land verbrenne die meiste Braunkohle? Wo säßen die klimaschädlichsten Autohersteller?

10:21: Merkel rede zwar gern über Klimaschutz auf internationalen Konferenzen, aber es gebe den biblischen Spruch “An ihren Taten sollt ihr sie messen”.

10:20: Jetzt dreht Hofreiter auf. Merkel solle sich endlich für den Klimaschutz einsetzen und sich gegen die US-Regierung stellen, brüllt er in den Raum. Riesenapplaus für Hofreiter.

10:19: “Der Ausstieg von Trump aus dem Klimaabkommen ist ein Verbrechen an der gesamten Menschheit.”

10:18: “Die Klimawissenschaften stehen massiv unter Feuer”, sagt Hofreiter. “Von Trump bis zu CDU-Politikern hier in Deutschland.”

10:14: Hofreiter hat leider keine guten Nachrichten mitgebracht. Vor ein paar Jahren hätte er als Naturwissenschaftler noch gedacht, dass die Lage nicht sehr dramatisch sei. Jetzt sei er erschrocken, wie schlimm es um die Arktis und den Klimawandel stehe.

10:13: Jetzt spricht Toni Hofreiter. Er spricht von seiner Reise in die Arktis.

10:10: Deutschland müsse die erneuerbaren Energien ausbauen und für alle Gesellschaftsschichten attraktiv machen, sagt Kammen zum Abschluss seiner Rede. Er bekommt viel Applaus. Simone Peter sagt: “Together, we will make our planet great again!”, Kammen, ein ausgesprochener Trump-Gegner, lacht.

09:57: Simone Peter spricht jetzt und hat eine Überraschung anzukündigen, wie Michael Kellner sagt. Sie sagt, dass Gastredner Dirk Messner, der Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik krankheitsbedingt ausfällt, aber dass dafür der renommierte Klimaforscher Daniel Kammen spricht.

09:46: Guten Morgen, liebe Leser! Eigentlich sollte der Parteitag um 09:30 Uhr fortgesetzt werden. Doch gestern haben die Grünen Überstunden gemacht und durften dafür eine halbe Stunde länger schlafen. Um 10:00 Uhr geht es hier los.

Freitag, 16.06.

20:33: Zum Ende der Rede gibt es einen Blumenstrauß von Cem Özdemir. Er bedankt sich für Ströbeles Einsatz im Bundestag. “Ich war nicht immer einverstanden mit dem, was du gesagt hast, aber eins warst du immer: echt.”

20:30: Im 10-Punkte-Plan von Özdemir und Göring-Eckardt gebe es keinen Hinweis darauf, wie die Grünen zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, in Syrien, in Mali um. “Die Probleme, die wir haben, sind auch eine Folge der Auslandseinsätze.”

20:29: “Die Grünen waren auch immer eine Partei der Friedensbewegung”, sagt er. “Eins rechne ich Helmut Kohl hoch an: In den 16 Jahren seiner Regierungszeit gab es keinen Auslandseinsatz der Bundeswehr. Dafür bin ich ihm immer noch dankbar.”

20:28: “Ich hoffe, die Minuten kriege ich nicht angerechnet”, sagt Ströbele nach dem Applaus.

20:27: Urgestein Hans-Christian Ströbele hält jetzt eine Rede. Schon vor Beginn gibt es stehenden Applaus.

20:22: “Wer die Seenotrettung für Flüchtlinge als Shuttle-Service bezeichne, der hat kein Herz. Ich verachte das”, sagt Peter. Großer Applaus.

20:19: Eine Dekade Merkel habe bei der Klimapolitik überhaupt nichts gebracht. Ihre Politik sei Zukunftsverweigerung par excellence, sagt Peter. Dabei sind es doch schon 12 Jahre, Frau Peter!

20:14: Ihr 90-jähriger Vater, der den Zweiten Weltkrieg miterleben musste, habe jetzt einen jungen Syrer zuhause aufgenommen. Für Peter ein großes Vorbild.

20:12: Simone Peter ist dran: Sie fordert in ihrer Rede vor allem die Verteidigung der freien Gesellschaft in Europa gegen die Populisten.

20:03: In der Tagesschau berichten wir in diesem Moment ebenfalls vom Grünen-Parteitag.

19:59: Auch Karl-Wilhelm Koch ist wie Renate Künast dafür, dass die Grünen radikaler werden müssen. Er wollte mit der “Globalalternative” dafür sorgen, dass die Grünen ganz konkrete Forderungen stellen und das Programm schärfen. Doch er zieht sie zurück.

19:49: Applaus und eine Umarmung von Simone Peter bekommt Heinold nach ihrer Rede. Göring-Eckardt wünscht ihr und den Grünen in Schleswig-Holstein alles Gute.

19:44: “Es wäre das Gegenteil von grüner Eigenständigkeit, wenn wir immer dann in die Opposition gehen, wenn es für eine Koalition mit der SPD nicht reicht.” Ruhig und sachlich erzählt Heinold den Delegierten, wie man erfolgreich Wahlkampf betreibt und wie man in die Regierungsverantwortung kommt.

19:41: “Der Wahlkampf war kalt und stürmisch, aber er hat uns immer Spaß gemacht”, sagt Heinold mit nordischem Akzent. Für fast jeden Satz bekommt sie Applaus. Die Grünen freuen sich über jeden erfolgreichen Wahlkämpfer.

19:40: Monika Heinold, die Finanzministerin von Schleswig-Holstein ist jetzt dran. Großer Applaus für sie – auch für die Jamaika-Koalition?

19:33: Reinhild Hugenroth aus Wittenberg ist dran: “Wir sind schon eine interessante Partei”, sagt sie. Ja, so kann man das auch nennen.

19:31: Einer der häufigsten Sätze während der Redebeiträge: “Kommst du bitte zum Schluss?” Die Grünen debattieren gern und sie überziehen gern – auch im Vergleich zu anderen Parteien.

19:21: Jetzt lobt Kretschmann den 10-Punkte-Plan von Özdemir und Göring-Eckardt. Mit den Spitzenkandidaten sei die Partei gut für den Wahlkampf aufgestellt.

19:15: “Es kann doch nicht sein, dass vier der fünf dreckigsten Kohlekraftwerk in Deutschland stehen!”

19:12: “Es geht darum, ob dieser Planet vor die Hunde geht oder nicht.” Applaus. Kretschmann geht in seiner Rede zurück auf den Kern der grünen Politik.

19:11: Kretschmann hält Schlagzeilen wie “Die Grünen sind überflüssig geworden” für völligen Unsinn. Denn die verkennen laut ihm den Ernst der Lage, in dem sich der Planet befinde.

19:10: “Lieber Winfried, the floor is yours”, sagt Mona Neubaur. Hier geht’s wirklich international zu.

19:08: Das Manuskript von Kretschmanns Rede hat man uns schon ausgeteilt. Titel: “Wir Grüne werden mehr gebraucht als je zuvor”.

19:01: Winfried Kretschmann wird gleich seine Rede halten. Aber zuvor Henrike Hahn aus München: “Wir wollen eine umfassende Verkehrswende.” Das hätten wir jetzt nun wirklich nicht erwartet.

18:56: Wir sind jetzt mitten in den gesetzten und gelosten Redebeiträgen zur Präambel des Wahlprogramms. Das klingt zumeist wie ein Austausch von Selbstverständlichkeiten und Selbstvergewisserungen. Was die Grünen erreichen wollen, was sie besser können als andere, wie sie sich die Zukunft vorstellen. Ska Keller sprach in ihrer Rede davon, dass die Grünen vorangehen wollten. Das sei kein Spaziergang, sondern eher Bergsteigen in den Alpen.

18:38: Nach vier Minuten unterbricht Özdemir den Applaus. “Ich kriege sonst Ärger mit Michael Kellner”, sagt er.

18:37: Jetzt gibt’s Selfies mit Özdemir für alle.

18:35: “Zukunft wird aus Mut gemacht, los geht’s”, Özdemir beschließt seine einstündige Rede mit dem Wahlspruch des Parteitags. Stehender Applaus für ihn.

18:29: Özdemir schwitzt inzwischen wie Bruce Springsteen nach einem Dreistundenkonzert.

18:28: “Draußen auf der Straße gilt das Grundgesetz und nichts anderes!” Wussten wir noch gar nicht, dass das Grundgesetz das berühmte Gesetz der Straße ist.

18:23: “Uns Grünen wird ja gerne unterstellt, wir hätten ein Problem mit unserer Polizei. Die sind übrigens auch für uns da, schützen uns in dieser Halle. Vielen Dank dafür!”, sagt Özdemir. Applaus. “Wir stehen an der Seite derjenigen in den Polizeigewerkschaften, die eine bessere Ausstattung und mehr Personal fordern.” CDU/CSU hätten die Polizei in den letzten Jahren kaputtgespart. “Wir kämpfen für Sicherheit, weil wir für Freiheit kämpfen”, sagt Özdemir. Der Spruch hätte auch von Thomas de Maizière kommen können. Oder auch von Martin Schulz. Vielleicht sogar von Christian Lindner. Aber gut, die Grünen wollen sich ja auch nicht festlegen, was mögliche Koalitionen angeht.

18:20 Özdemir wundert sich über CSUler, die von Flüchtlingen forderten, die Nationalhymne mindestens rückwärts jodeln zu können.

18:17: Jetzt hat Özdemir so sehr gestikuliert, dass ihm seine Brille runtergefallen ist. “Bitte passt gut drauf auf”, ruft er den Delegierten vor ihm zu. “Die war teuer, ich bin Schwabe.”

18:12: “Wir helfen den Holländern beim Fußball, sie helfen uns beim Fahrrad – wie findet ihr das Angebot?”, ruft Özdemir.

18:07: Erst watscht Özdemir die CSU ab, jetzt ist die FDP dran: Christian Lindner sei der “Fred Feuerstein des Industriestandorts Deutschland. Mit ihm könne man wunderbar über die Vergangenheit von Porsche reden, aber die Grünen diskutierten mit den Autoherstellern über die Zukunft.

18:05: “Wenn es um den nächsten Verkehrsminister geht, darf Qualifikation kein Hinderungsgrund mehr sein”, sagt Özdemir. Das heiße nicht, dass der nächste nicht aus Bayern kommen dürfe. Er kenne da einen, der sich sehr gut mit Infrastruktur und Verkehr auskenne. Schlägt Özdemir etwa Toni Hofreiter als nächsten Bundesverkehrsminister vor?

18:03: Kleine Bemerkung am Rand: Ein Grünen-Delegierter hat uns soeben einen Stuhl gestohlen. Wirklich frech.

18:00: “Wir können nicht warten, bis ein neuer US-Präsident kommt. Auch wenn wir nicht genau wissen, wann es soweit ist”, sagt Özdemir und spielt wohl auf die möglichen Ermittlungen gegen Trump an. Lacher im Saal. “Und das sage ich als jemand, der in den USA geheiratet hat. Aber nicht in Las Vegas, da lege ich Wert drauf!”

17:59: Die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke sollen sofort abgeschaltet werden, wenn es nach Özdemir geht.

17:56: Hinter Özdemir stehen übrigens viele Grüne auf der Bühne. Das müssen sich die Grünen bei der SPD abgeschaut haben, die inzwischen bei Reden von Martin Schulz fröhliche und applaudierende Parteimitglieder in den Hintergrund stellen. Wirkt gleich viel lebendiger und sieht nach amerikanischen Wahlkampf aus.

17:55: “Die Zeit der fossilen Energien ist zu Ende.” Großer Applaus.

17:54: Von weniger Europa habe keiner etwas, sagt Özdemir.

17:49: “Europa spricht nicht nur Deutsch, sondern viele großartige Sprachen, aber Europa muss mit einer Stimme sprechen!” Özdemir teilt damit gegen Merkels und Schäubles Griechenland-Politik aus. Schulmeisterliche Sprüche gegen andere Euro-Länder würden nichts bringen.

17:46: Özdemir will “an der Seite von Macron Europa wieder voranbringen”.

17:45: “Ich will nie wieder, dass Menschen, dass Kinder in Europa an Schlagbäumen gestoppt werden, dass sie nach Pässen und Visa gefragt werden.” Großer Applaus.

17:42: Jetzt geht es um “die Mauerbauer innerhalb und außerhalb Europas”. Die errungene Freiheit werde man sich von denen nicht wieder nehmen lassen.

17:40: “Wir verneigen uns in großem Respekt vor Helmut Kohl. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen.”

17:39: Jetzt spricht er über Kohl: „Gerade eben, während ich Jesse (Klaver) zugehört hab, hat sich eine Nachricht ereignet, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Einer, auf den wir uns in der Vergangenheit verlassen konnten, bei allem Streit den wir mit ihm in vielen Fragen hatten, ist von uns gegangen. Ich rede vom langjährigen Bundeskanzler und Vorsitzender der CDU, von Kanzler Helmut Kohl. Er hat eine Ära geprägt. Sein Name wird für immer in Verbindung stehen mit einem der großartigsten Projekte der Nachkriegsgeschichte, mit der deutschen Wiedervereinigung.“

17:38: “So, und jetzt den Rest der Rede auf Schwäbisch”, sagt Özdemir. Lacher im Saal.

17:35: Özdemir redet jetzt auf Englisch. Klaver habe eine Mutter mit indonesischen Wurzeln, Özdemir selbst habe türkische Wurzeln. Das zeige die Vielfalt der Grünen.

17:32: Özdemir spricht. Allerdings nichts zu Kohl, sondern zum Wahlkampf.

17:31: Klaver kündigt freudestrahlend und wahrscheinlich ahnungslos Cem Özdemir an. Der wird jetzt eher traurigere Töne anschlagen müssen.

17:24: Cem Özdemir wird gleich in seiner Rede etwas zum Tod von Helmut Kohl sagen.

17:22: Erste Reaktionen von den Grünen auf den Tod von Helmut Kohl bei Twitter:

17:21: Populistische Parteien seien die Folgen falscher Wirtschaftspolitik, sagt Klaver. Viel Applaus dafür.

17:15: Uns erreicht hier gerade während der Rede von Klaver die Eilmeldung von “Bild”, dass Altbundeskanzler Helmut Kohl gestorben sei.

17:13: Jetzt spricht Klaver sogar selbst vom kanadischen Premier Trudeau, den er als positives Beispiel der aktuellen Politik anführt.

17:12: Klaver ist übrigens erst 31 und sieht aus wie ein lockiger Justin Trudeau. Er erzählt von den Werten, die ihm seine Mutter gelehrt hätte. Diese sei vor kurzem gestorben – im Saal wird es ruhig.

17:10: “Thank you my friend, wow, what an entrance!”, sagt Klaver begeistert. Ob Özdemir in seiner anschließenden Rede auch so viel Begeisterung auslösen kann?

17:08: Mona Neubaur spricht in höchsten Tönen von Klaver. Ein ganz großer Mann sei das. Zu lauter Musik und stehendem Applaus wird er daraufhin von Özdemir und Göring-Eckardt wie ein Boxer auf die Bühne gebracht.

17:07: Jetzt kommt der Tagesordnungspunkt “Politische Rede”. Es geht los mit einer Gastrede von Jesse Klaver, dem Vorsitzenden der niederländischen Grünen.

17:04: Michael Kellner ist stocksauer. Ein Änderungsantrag wollte einen weiteren Gastredner. Das gefällt Kellner gar nicht. “Wir haben Monate gearbeitet und wir brauchen Planungssicherheit!”, brüllt er ins Mikrofon. Das hilft. Der Antrag wird abgelehnt.

17:01: Die Grünen stellen der Presse für ihren Parteitag ein Wlan zur Verfügung. Nur: Das funktioniert nicht. Das Passwort lautet übrigens: “AufdiePresse!” Ja, vielen Dank auch. Falls Sie sich gewundert haben, wo wir die letzten 40 Minuten gesteckt haben. Wir mussten eine Ersatzinternetverbindung suchen. Jetzt geht’s aber weiter!

16:21: “Wir wollen mutig neue Wege gehen”, sagt Kellner. Ein Satz für die Ewigkeit.

16:20: Da wollte Michael Kellner nach dem Video die Delegierten begrüßen, aber das Video macht sich selbstständig und springt nochmals an: “Ich bin eine Idee”, unterbricht es Kellner.

16:18: Michael Kellner eröffnet den Parteitag. Zur Einstimmung gibt’s einen Imagefilm. Hört man nicht so genau auf den Inhalt, wirkt das Animationsvideo wie die Werbung einer Ökostromfirma.

16:13: Die Grünen haben viel vor. Sehr viel. Wenn Sie es sich antun möchten, bekommen Sie hier einen Einblick in die Antragsfluten für den Parteitag.
Allerdings lässt sich die Partei trotzdem schon eine akademische Viertelstunde Zeit für den Beginn des Parteitags.

15:58: Ob die Grünen sich eigentlich mit Absicht das Velodrom ausgesucht haben? Traditionell fahren hier ja stundenlang Fahrradfahrer im Kreis und am Ende gewinnt einer. Wer das beim Parteitag sein wird? Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt vielleicht, wenn sie ohne großen Zoff ihren 10-Punkte-Plan ins Wahlprogramm bekommen.