Eltern sorgen sich um surfende Kinder

Gepostet am 07.11.2017 um 15:13 Uhr

Eltern haben im Netz Angst vor Gewalt und Pornografie, Kinder fürchten sich vor allem vor Mobbing. So lautet das Ergebnis einer Studie zur Onlinenutzung von Kindern. Trotzdem nutzen nur wenige Filter-Software oder Kennwörter. Von Alex Krämer.

Eltern haben im Netz Angst vor Gewalt und Pornografie, Kinder fürchten sich vor allem vor Mobbing. So lautet das Ergebnis einer Studie zur Onlinenutzung von Kindern. Trotzdem nutzen nur wenige Filter-Software oder Kennwörter.

Von Alex Krämer, ARD-Hauptstadtstudio

Was begegnet meinem Kind, wenn es im Netz unterwegs ist? Diesen Gedanken kennen fast alle Eltern. Doch auch Kindern und Jugendlichen ist bewusst, dass das Netz nicht nur Angenehmes bereithält. Die Sorgen unterscheiden sich aber: Während Eltern meist Inhalte im Kopf haben – Gewalt, Pornografie und ähnliches – stehe bei den Kindern anderes im Vordergrund, sagt Uwe Hasebrink vom Hans Bredow Institut für Medienforschung. “Plötzlich beleidigt zu werden oder gemobbt zu werden. Also durchaus auch Risiken, die innerhalb der Peergroup liegen und nicht bei vermeintlichen düsteren Unbekannten.”

“Mit den Eltern im Gespräch sein”

Mobbing im Netz durch Gleichaltrige: Dagegen helfen keine Regeln für die Anbieter. Es sei vor allem wichtig, die Kinder vorzubereiten, sagt Hasenbrink. “Das Entscheidende ist, dass die Eltern mit ihren Kindern darüber im Gespräch sind. Dass sie dabei sind, dass sie mitkriegen, was da passiert, und dass das zum Thema gemacht wird.”

Darüber reden hilft auch beim Umgang mit gefährlichen Inhalten wie Pornos. Hier aber können Eltern zusätzlich stärker auf technische Hilfsmittel zurückgreifen,sagt Martin Drechsler, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia. Zum Beispiel auf Filter-Software, Altersbeschränkungen fürs Runterladen von Apps oder für Mediatheken. “Wenn die ganze Familie dasselbe Gerät nutzt, ist es natürlich sinnvoll dafür zu sorgen, dass nicht die jüngeren Kinder die Erwachseneninhalte sehen können”, sagt er. “Dafür gibt es PIN-Lösungen, oder andere Einstellungen, oder Accounts, die man einrichten kann. Das muss man aber auch machen.”

Ab 13 sind die Teenager kompetenter

Doch das machen die allermeisten Eltern nicht – weniger als ein Viertel nutzt solche technischen Hilfsmittel. Dabei bietet zum Beispiel jedes Smartphone Einstellungen für den Jugendschutz an.

Die Erhebung zeigt auch, dass Eltern ihren Kindern immer mehr Freiräume im Netz zugestehen, je älter diese werden. Ab dem Alter von 13 Jahren sagen sowohl Kinder als auch Eltern: Jetzt kennen sich die Kinder im Netz besser aus als die Alten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. November 2017 um 12:00 Uhr.

Zuletzt aktualisiert: 22.11.2017, 15:44:17