Dieses Schulz-Manöver ging in die Hose

Gepostet am 13.09.2017 um 12:50 Uhr

Martin Schulz fordert von Angela Merkel ein zweites TV-Duell – und die lehnt ab. Kein Verlust für den Wähler, meint Nina Barth.

Armer Martin Schulz, jetzt schreibt er schon einen Brief an die Kanzlerin – und dabei war doch klar, dass dieses Manöver in die Hose gehen würde. Merkel hat schon vor dem ersten Duell ein zweites abgelehnt. Im Gegensatz zu Schulz, der ja von Anfang an mehr Duelle wollte.

Warum sollte Merkel jetzt ihre Meinung ändern – und ihrem politischen Gegner entgegenkommen? Sie steht doch gut da, im Gegensatz zu Schulz! Der könnte sich damit brüsten, die Kanzlerin zu einem zweiten Duell überredet zu haben – und das ganz selbstlos für den Wähler. So doof ist Merkel nicht.

Kein Verlust für den Wähler

Und mal ehrlich, was wäre von einem zweiten Duell zu erwarten? Dass andere Themen angesprochen würden, ok. Aber Merkel hat schon beim ersten Duell darauf bestanden, dass das Format beibehalten wird, Änderungen wollte sie nicht. Was dabei rauskam, war eine wenig erkenntnisreiche Sendung, ein echtes DUELL war es nicht.

Viel spannender war es, als sich Merkel am Montag in der ARD den Fragen von ganz normalen Bürgern stellte. Da haben wir gesehen, wie ein Krankenpfleger die Kanzlerin mehr in die Zange genommen hat, als es Martin Schulz oder den vier Moderatoren in eineinhalb Stunden Duell gelungen ist.

Dass es kein zweites TV-Duell gibt, lässt Merkel vielleicht nicht gut dastehen, aber es wird ihr nicht schaden. Für Martin Schulz, der nach jedem Strohhalm greift, mag es ärgerlich sein – aber ein Verlust für den Wähler ist es nicht.

Zuletzt aktualisiert: 21.11.2017, 14:29:13