Geht’s noch, Martin Schulz?

Gepostet am 08.08.2017 um 11:50 Uhr

Martin Schulz will auch im Falle einer Wahlniederlage SPD-Vorsitzender bleiben und sein Bundestagsmandat wahrnehmen, sagte er auf einer Veranstaltung des “Redaktionsnetzwerks Deutschland”. Das ist ehrlich – aber nicht schlau, meint Nina Barth.

Das war ein riesen Fettnäpfchen, in das Schulz da reingehüpft ist – und zwar mit Anlauf. Die Basis rackert sich ab, klebt Plakate, kämpft für die SPD – und ihren Spitzenkandidaten. Und was macht der? Martin Schulz macht sich schon mal Gedanken drüber, was er nach einer Wahlniederlage macht.

Geht’s noch? Was ist das bitte für ein Signal? Dass er an seinem Stuhl klebt, dass er Bundestags-Diäten will und einen Dienstwagen. Natürlich hat er das nicht gesagt, aber das könnte hängen bleiben. Entweder hat die SPD keinen Kommunikations-Chef oder aber Schulz hört nicht auf ihn. Egal, im Ergebnis ist es dasselbe. Anstatt thematisch anzugreifen, wie zum Beispiel FDP-Chef Lindner, der mit seiner Partei ja zur Zeit noch nicht mal im Bundestag ist. Der provoziert mit seiner Äußerung über die Krim. Er bekommt Schlagzeilen. Das ist clever im Wahlkampf.

Aber Schulz? Der scheint einfach kein Thema zu finden, das so richtig zündet. Wie er in den paar Wochen bis zu Wahl das Ruder noch rumreißen will, das bleibt sein Geheimnis. Ganz sicher nicht dadurch, dass er sich öffentlich darüber Gedanken macht, was bei einer Niederlage wäre. Arme SPDler, die sich für ihn abmühen und versuchen Stimmen zu sammeln.

Zuletzt aktualisiert: 23.08.2017, 12:02:21