Kommentar Ein Traum von Wahlprogramm

Gepostet am 03.07.2017 um 17:40 Uhr

Jetzt liegen alle Wahlprogramme vor. CDU und CSU haben ihres heute beschlossen und übertitelt “Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben wollen”. Alle Beteiligten – alsoizum Beispiel CDU-Chefin Merkel und CSU-Chef Seehofer, waren euphorisiert von der guten Zusammenarbeit und vom Ergebnis. “Hier können Sie einfach nochmal ein bisschen träzmen”, meinte Merkel.
Katrin Brand kommentiert.

So, nun hat also auch die Union ein Wahlprogramm und netterweise hat die CDU-Chefin auch schon erklärt, wie es zu verstehen ist: einfach mal ein bisschen träumen!Davon, dass die Wirtschaft weiter brummt und die Einnahmen weiter sprudeln, davon, dass alle, alle Menschen Arbeit haben, dass Deutschland Steuern senken, Familien fördern und investieren kann, dass Deutschland keine Steuern erhöhen und keine Kredite aufnehmen muss, sondern sogar noch Schulden zurückzahlen kann.

Ein schöner Traum, zu schön, selbst für ein Wahlprogramm zu rosig. Wo war eigentlich der sonst so strenge Finanzminister Schäuble, als CDU und CSU sich das ausgedacht haben? Will er nach der Wahl etwa nicht mehr antreten?

Und wenn die CDU-Chefin schon mal träumt, hätte sie dann nicht mal ein bisschen ausführlicher träumen können: Von einer echten Steuerreform etwa oder von ein paar kreativen Ideen fürs bessere Leben in überteuerten Großstädten oder verlassenen Landgemeinden, von modernem öffentlichen Verkehr und einen Digitalisierungsschub, der diesen Namen auch verdient hat ?

Ja, die Union hat jetzt ein Wahlprogramm, und es steht sogar mehr drin als früher. Aber die Botschaft ist die alte: Alles so soll bleiben, wie es ist, nur besser und am besten mit Merkel.

Gut, dass die Wähler im September wieder viel Auswahl haben.

Zuletzt aktualisiert: 23.07.2017, 10:34:06