Mit Schulz als Kanzlerkandidat legt die SPD kräftig zu

Gepostet am 02.02.2017 um 20:09 Uhr

Höchster Wert in der gesamten Legislaturperiode: Wäre am Sonntag Bundestagswahl kämen die Sozialdemokraten auf 28 Prozent – ein Plus um acht Punkte im Vergleich zum Vormonat.

Keine Woche ist es her, dass Martin Schulz sein Ziel für die SPD klar formuliert hat.

„Unsere Partei die SPD stritt mit dem Anspruch an stärkste politische Kraft in unserem Land zu werden.“

So weit ist es zwar noch nicht. Aber der neue Spitzenkandidat verschafft der SPD einen regelrechten Höhenflug. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden sich laut aktuellem ARD-Deutschlandtrend 28 Prozent der Deutschen für die SPD entscheiden. Der beste Wert, den die Forscher von Infratest dimap für die Sozialdemokraten in dieser Legislaturperiode gemessen haben und acht Prozentpunkte mehr als noch vor einem Monat. Die Union dagegen verliert leicht, wäre mit 34 Prozent der Stimmen aber immer noch stärkste Kraft.

„Ich bin der Sohn einfacher Leute. Ich war ein begeisterter Fußballspieler und deshalb lieber auf dem Sportplatz als in der Schule. Als junger Mann sind meine Fußballträume zerplatzt. Und ich habe in dieser Zeit die Orientierung verloren.“

Mit seiner Vita und seiner Offenheit, trifft der frisch gekürte SPD-Kanzlerkandidat offensichtlich einen Nerv bei den Deutschen. Wenn sie den Bundeskanzler direkt wählen könnten, würde sich die Hälfte für Martin Schulz entscheiden, nur gut ein Drittel das Kreuzchen bei Angela Merkel machen – im Januar lag die Kanzlerin in dieser Frage noch vor ihrem Herausforderer. Für die Union noch kein Grund zur Sorge. CDU-Generalsekretär Peter Tauber reagiert gelassen und sagt, dass der Kandidat Schulz erst einmal Neugier und Interesse weckt, sei nicht ungewöhnlich. Weil er sich inhaltlich bislang aber noch nicht festgelegt habe, zeige er auch noch keine Angriffsfläche. Und auch CSU-Chef Horst Seehofer gab sich bereits vor Tagen überzeugt.

„Dass dann, so wie bei jedem Bundesligaverein bei einem Trainerwechsel gibt, zunächst einmal Hoffnung und Motivation aufkommen – das ist das natürlichste in der Welt. Jetzt warten wir erst einmal wie das trägt.“

Hoffnung gibt der Union auch, dass die große Koalition auch im aktuellen ARD Deutschlandtrend das beliebteste Regierungsbündnis bleibt, gefolgt von einer schwarz-grünen Koalition, erst an dritter Stelle favorisieren die Befragten, von einem Bündnis aus SPD Grünen und Linkspartei regiert zu werden.

Neben der Bundespolitik haben die Forscher von Infratest dimap auch nach dem Verhältnis zu den USA gefragt. Die Antworten zeigen: Mit dem dortigen Machtwechsel ist ein herber Vertrauensverlust in die amerikanische Politik einhergegangen. Nur noch 22 Prozent der Deutschen halten die Vereinigten Staaten für einen vertrauenswürdigen Partner. 37 Prozentpunkte weniger als noch im November, als zuletzt danach gefragt wurde. Nur jeder vierte Befragte findet es gut, dass der neue US-Präsident seine Wahlkampfversprechen in die Tat umsetzt. Zwei Drittel machen sich Sorgen, dass durch Trumps Politik die deutsche Wirtschaft geschwächt wird. Und die große Mehrheit ist der Überzeugung, dass die Europäische Union gegenüber Trump enger zusammenrücken sollte. Auch das Verhältnis zur Türkei beurteilen die Deutschen kritisch. Besonders groß ist die Sorge um die Demokratie in der Türkei. Und nur vier Prozent der Befragten halten das Land für einen vertrauenswürdigen Partner. Dass Angela Merkel, wie etwa aktuell mit ihrem Besuch in Ankara Gesprächsbereitschaft signalisiert, wird aber positiv bewertet. Drei von vier Befragten sagen, ich finde das gut.

Zuletzt aktualisiert: 23.10.2017, 10:01:53