Die Messer gewetzt – der „Schulz-Effekt“ und die anderen Parteien

Gepostet am 14.02.2017 um 11:40 Uhr

Jede neue Umfrage katapultiert die SPD derzeit weiter nach oben. Schulz gleichauf mit Merkel! Schulz vor der Kanzlerin! Die SPD jubiliert – endlich mal raus aus dem Keller. Aber das macht die anderen nervös. Die Union greift Schulz mit harten Bandagen an, und auch Grüne und Linke schwanken zwischen Freude über neue Machtoptionen und Angst, dass sie unter sozialdemokratischen Höhenflügen leiden müssen. Angela Ulrich hat sich umgehört.

Da sind die einen – die Gesichter zu einer Art Dauergrinsen festbetoniert. Freudetrunkene Sozialdemokraten, die ihrem Star Martin Schulz zujubeln. Der sieht keinen Grund zur Bescheidenheit. „Ich freue mich auf den 24. September, da werde ich Bundeskanzler!“, sagt Schulz und genießt den Applaus.
Auf der anderen Seite schauen Unions-Kollegen mit etwas verbissener Miene auf die hochschnellenden Umfragedaten der SPD. Bundesinnenminister De Maizière gibt zwar die Parole aus: jetzt bloß die Ruhe bewahren! „Die neue Nachricht ist, dass eine Wiederwahl im Schlafwagen nicht funktioniert. Wir müssen uns zusammenreißen, von daher ist das ein Weckruf!“, ist de Maizière klar.
Doch der Appell an die Geschlossenheit der Konservativen scheint derzeit ein mühsamer. Während SPD-Generalsekretärin Barley über ein Allzeit-Hoch bei den Parteieintritten Dank Kandidat Schulz frohlockt:
„Uns gehen die Parteibücher aus, es gab ja schon Aktionen vor Ort, da wurden neue gebastelt!“
ist die Aufbruchsstimmung bei CDU und CSU mit der Lupe zu suchen. Das Versöhnungstreffen von Angela Merkel und Horst Seehofer – vermasselt: sauertöpfischer sah die Kanzlerin lange nicht aus. Jetzt will der Bayer sogar noch vor ihr Donald Trump treffen. Außenamtssprecher Martin Schäfer spottet:
„In Berlin kennt man ja durchaus eine eigenständige bayerische Außenpolitik…“
Dazu die Anti-Schulz-Papiere, die von Brüsseler Unions-Abgeordneten kursieren – 9 Seiten vorgebliche Verfehlungen des SPD-Spitzenkandidaten und seines Umfelds. Es geht um Reisekostenabrechnungen und ähnliches. Alles alt, eine Schmutz-Kampagne, heisst es bei der SPD. „Mensch müsst ihr die Hosen voll haben!“, hat Katarina Barley höhnisch getwittert – und die SPD-Generalsekretärin legt nach:
„Die Hosen voll haben ist ein etwas drastischer Ausdruck für den Begriff „Helle Panik“. Und das ist es, was ich bei der Union derzeit wahrnehme.“
CDU-Generalsekretär Peter Tauber weist das zwar weit von sich. Aber Tauber macht auch klar: ab jetzt wird

Zuletzt aktualisiert: 28.03.2017, 19:48:00