Mit Burka in das Kanzleramt?

Gepostet am 28.08.2016 um 12:58 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihre Minister
öffnen heute wieder ihre Dienstgebäude. Zum 18. Tag
der offenen Tür der Bundesregierung werden im
Kanzleramt und in den Ministerien mehr als 100 000 Besucher erwartet.
Im Mittelpunkt steht das Thema «Migration und Integration». Was ist wenn vollverschleierte Frauen Einlass begehren?

Angela Merkel sieht im Vollschleier ein Integrationshemmnis. Im Kanzleramt könnte Merkel durchaus einer Burka-Trägerin begegnen. Für Besucher und Besucherinnen gibt es nämlich keine Kleiderordnung. Weder im Kanzleramt noch in den Ministerien – so das Bundespresseamt auf SWR-Anfrage. Allerdings gilt: Frauen mit einem Vollschleier müssen am Eingang ihr Gesicht zeigen, damit sie identifiziert werden können. Danach – beim Besuch selbst – dürfen die Burka oder der Niqab wieder getragen werden. Das ist auch im Bundestag so. Der Besucherdienst hat es hier bei Besuchergruppen aus arabischen Ländern immer wieder mit vollverschleierten Frauen zu tun. Für die Besuchertribüne gilt eine besondere Regelung. Eine Kopfbedeckung aus religiösen Gründen darf auch hier getragen werden. Hüte oder Kappen, die nichts mit der Religion zu tun haben, sind dagegen verboten – sie müssen vorher an der Garderobe abgegeben werden. Eine Burka, eine Kippa oder ein Nonnenschleier sind auf der Besuchertribüne also erlaubt. Mit einem Cowboyhut oder Tiroler Hut auf dem Kopf darf man sich eine Bundestagsdebatte nicht anschauen. Für die Abgeordneten im Bundestagssitzungssaal gibt es keine ausdrücklichen Kleidervorschriften. Es gilt nur: Die Würde des Parlaments muss gewahrt werden. Was wäre, wenn eine Abgeordnete in einer Burka ins Plenum gehen würde – eine Burkaträgerin am Rednerpult des Bundestags? In diesem zugegeben unwahrscheinlichen Fall müssten die Fraktionen entscheiden – es wäre eine politische Entscheidung – verletzt die Burka die Würde des Parlaments?

Unser Social MediaTeam ist fein, aber klein, unsere Korrespondenten täglich im Einsatz. Ihr Feedback nehmen wir gerne bei Facebook oder per Email entgegen: Socialmedia@ard-hauptstadtstudio.de

Zuletzt aktualisiert: 11.12.2017, 06:58:17