Hamstern oder nicht? Debatte um Zivilschutz-Konzept

Gepostet am 22.08.2016 um 15:50 Uhr

“Bundesregierung fordert zum Hamstern auf” – unter dieser Überschrift wird seit dem Wochenende über den Entwurf für ein neues Zivilschutz-Konzept diskutiert. In der Tat will die Bundesregierung die Bürger auffordern, zu Hause Lebensmittel für 10 Tage bereit zu halten. Aber: Entsprechende Empfehlungen gibt es heute schon, auch wenn sie kaum einer kennt – und außerdem sind diese privaten Vorräte nur ein Randaspekt.
Alex Krämer berichtet.

#take#

Trotz aufgeregter Schlagzeilen – Hamsterkäufer sind im Supermarkt in der Nähe des Bundestags noch nicht zu sehen, auf den Kassenbändern – nicht kiloweise Reis und Nudeln, sondern zwei, drei Äpfel oder ein Päckchen Gummibärchen. Und mit der Vorratshaltung zuhause siehts auch nicht so doll aus.

“Ein bisschen Nudeln, und Wasser, und Saft, H-Milch…” “Reicht das für 14 Tage?” “Nein, überhaupt nicht. Hab ja den Supermarkt gleich hier um die Ecke.”

Jeder sollte für genug für etwa zwei Wochen zuhausen haben, für den Fall eines Krieges, naturkatastrophen oder auch schwere Terror-Anschläge – so steht es im neuen Zivilschutz-Konzept, das am Mittwoch im Kabinett verabschiedet werden soll. So steht es aber auch schon in den aktuellen, seit langem gültigen Empfehlungen, einzusehen zum Beispiel unter www.ernahrungsvorsorge.de – dort gibts auch ein kleines Computerprogramm, mit dem jeder ausrechnen kann, wie viel er für seine Familie einlagern sollte. Friederike Lenz, Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums, kann aktuelle Aufregung daher nicht ganz nachvollziehen.

“Insofern ist das nichts Neues. Sondern das ist etwas, über das wir schon seit Jahren informieren.”

Die Opposition kritisiert den Zeitpunkt, zu dem das neue Konzept vorgelegt wird – Zivilschutz ist wichtig, sagt Konstantin von Notz von den Grünen – aber es sei merkwürdig, mitten in einer Terrorismus-Debatte damit zu kommen.

“Ganz offensichtlich fahren ja CDU und CSU seit Wochen eine Kampagne in der Innenpoltik. Und jetzt die Zivilschutz-Maßnahmen mit Terrorismus zu verknüpfen, das ist unredlich, das ist Panikmache.”

Und Linken-Chefin Katja Kippin sagt: Das Timing ist immer Teil der Botschaft.

“Dieser Vorschlag findet in einer Zeit statt, in der es eine zunehmende Verunsicherung gibt. Und mein Eindruck ist, und das sind die ersten Rückmeldungen, die wir auch aus der Bevölkerung bekommen, dass die Aufforderung, sich Wasser- und Lebensmittelvorräte anzulegen, eher die Angst auf ei

Zuletzt aktualisiert: 12.12.2017, 11:29:02