Angriff auf Managergehälter

Gepostet am 22.02.2017 um 15:35 Uhr

Die Sozialdemokraten wollen Managergehälter begrenzen. Ein Kommentar von Peter Dalheimer.

Mit wenigen Themen lässt sich momentan so leicht punkten beim Wahlvolk wie bei den Managergehältern. Klar, wer kann es– außer den Betroffenen – schon toll finden, wenn jemand eine Million mit nach Hause nimmt, pro Monat wohlbemerkt. Das Prinzip viel Geld für viel Leistung ist ad absurdum geführt, weil niemand das leisten kann, was sich aus einem solches Salär an Arbeitspensum ergibt. Die Hype um den SPD-Kanzlerkandidaten Schulz, auch er selbst, hat jetzt das Thema soziale Gerechtigkeit aus der Versenkung geholt, und damit die Debatte über die Bezüge der Manager befeuert. Die SPD legt einen Vorschlag vor, Managergehälter zu begrenzen, denn sie wittert Morgenluft, glaubt ihre ohnehin schon stolzen Zuwachsraten in den Meinungsumfragen noch weiter steigern zu können. Muss sich aber fragen lassen: warum so plötzlich? Hatte man nicht ausreichend Zeit, das Thema anzugehen? Schließlich regiert die Sozialdemokratie seit 2013, wenigstens regiert sie mit, stellt Arbeits-, Justiz- und Wirtschaftsminister. Die SPD, traditionsreiche Kämpferin für soziale Gerechtigkeit, mag sich aber trösten: die Union, immerhin Verfechterin einer Marktwirtschaft mit sozialer Komponente, hängt ihr Mäntelchen ebenfalls um. Ja, die Idee sei richtig, Managergehälter zu regeln, sagt Kanzleramtsminister Altmaier. Da kann man nur sagen: nur zu! Und in der nächsten Legislaturperiode reden wir über Fußballer. Denn da können nicht nur die Spitzenverdiener über die Gehälter der Spitzenverdiener in der Wirtschaft nur müde lächeln.

Zuletzt aktualisiert: 28.07.2017, 06:35:30